Ursprünge der Christuskirche/Christusplatz (Annette Bucken)

Aus einer Urkunde von 1348 geht hervor, dass die Kirche von Ibbenbüren um 799 von Karl dem Großen gegründet, mit dem Pfarrhof ausgestattet und von Papst Leo geweiht ist. Wahrscheinlich war der erste Kirchenbau aus Holz.

1492 vermerkte der Pfarrer Grest, dass das alte Kirchengebäude in baulich schlechtem Zustand war und weil man einen Einsturz befürchtete, wurde dass Gotteshaus abgerissen.

Erst 1523 wurde der Grundstein der heutigen Christuskirche gelegt, wie auf der Tafel unter der Sonnenuhr an der Südseite zu lesen ist. Nach zehn Jahren Bauzeit war die neue Kirche fertig. Der Vorgängerbau war kleiner, und er lag etwas nördlicher, also weiter zum Kirchplatz hin, wo heute noch uralte Grundmauern unter den Pflastersteinen zu finden sind.

Warum wurde die Kirche auf einer Erhöhung gebaut…

Die Christen sind näher bei Gott, das Gotteshaus in dem kleinen Ibbenbürener Dorf ist von allen Punkten und von jedermann gut sichtbar. Die beiden Flüsse haben im Laufe der Zeit Täler gegraben. Außerdem floss das Wasser auf der Anhöhe gut ab.

Ein Platz wurde zuerst frei geräumt und dann der Grundriss ausgelegt. Nach der Untersuchung des Bodens konnte mit dem Bau begonnen werden. Auf dem gesamten Bauplatz wurden Eichenpfähle eingeschlagen um zu prüfen, wie dicht der Boden ist. Unterschiedliche Belastungen führen auch zu unterschiedlichem Setzverhalten.

Zur Zeit der Erbauung der Kirche, 1523, floss die Plane als reißender Bach am Friedhof entlang. Die ehemalige Friedhofstraße war ein zwei Meter breiter Fußweg, der in das abschüssige Gelände eingetreten war.

Aus einem Text bei Anton Rosen ist zu entnehmen, dass Unmengen von zerschlagenen Findlingen und großen Sandsteinbrocken als Fundament eingebracht wurden. Außerdem war die Packlage in eine Tonschicht eingebettet. Diese Tonschicht war sicher entscheidend für das Abhalten von Feuchtigkeit und Nässe im Fundament durch den Planefluss.

So begann 1523 der Bau der jetzigen Kirche.

Die Plane versiegte, als der Oeynhausen-Schacht durch ein Unglück im Jahre 1894 abgesoffen war. Das abgepumpte Schachtwasser floss früher entlang der heutigen Osnabrücker Straße, speiste unten im Tal den Teich von Welps Schliepmühlken, floss dann mit hoher Geschwindigkeit durch das Bett der Plane in die Aa.

Die Grundmauern der späteren neuen Häuser stabilisierten das Gelände zusätzlich.

Die Gebäude an der heutigen Marktstraße entstanden erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, also um 1810. Bei den Ausschachtungsarbeiten an der Marktstraße stieß man auf einige nach unten angespitzte dicke Eichenpfähle.

Warum Friedhof drum herum?

Im Christentum des Mittelalters wurden Verstorbene in oder an der Kirche begraben, je nach Rang und Namen. Auch in Ibbenbüren fand man Gräber unter dem Fußboden in der Kirche. Der Kirchhof lag in der gesellschaftlichen Mitte. Nur Bettler, Spieler oder Verstorbene, die einen niedrigen Stand hatten  –Abdecker, Leichengräber…- wurden außerhalb der Kirchenmauern beerdigt.

Annette Bucken

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