Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker   8.2.1876 – 20.11.1907Als Paula Becker am 8. Februar 1876 in Dresden-Friedrichstadt geboren wurde, war sie das dritte von insgesamt sieben Kindern. Da sie in einer weltoffenen und gebildeten  Familie aufwuchs, spielte Kunst in jeglicher Form eine große Rolle bei der Erziehung der Kinder. Aus beruflichen Gründen zog der Vater mit seiner Familie 1888 in die Hansestadt Bremen. Dort bekam Paula ihr erstes kleines Atelier, da für sie schon frühzeitig feststand, dass sie Malerin werden wollte. Ihren ersten Zeichenunterricht erhielt sie im Jahr 1892 während eines Aufenthaltes bei einer Schwester ihres Vaters in England.

Während der Ausbildung zur Lehrerin, die sie auf Drängen ihres Vaters begonnen hatte, nahm sie gleichzeitig private Zeichenstunden bei dem Maler Bernhard Wiegandt. Es war die Zeit, in der viele ihrer Porträts entstanden.

Im Frühjahr 1896 zog es sie nach Berlin, wo sie einen Kurs bei der angesehenen  Mal und Zeichenschule des „Vereins der Berliner Künstlerinnen“ belegte. Die finanzielle Unterstützung ihrer Familie ermöglichte Paula, dort anschließend auch noch eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren.

Bei einem Ausflug mit ihren Eltern hatte Paula Becker durch Zufall die Künstlerkolonie Worpswede kennen und lieben gelernt . Sie war beeindruckt von der kritischen Einstellung der Künstler zu den Kunstakademien. Die Künstler mieden die reine Ateliermalerei und bevorzugten die Malerei in freier Natur. Auf ihrer Motivsuche in der eigenwilligen norddeutschen Landschaft gefielen Paula Becker  besonders die Worpsweder Moor- und Birkenlandschaften. Zu den Worpsweder Künstlern, zu denen auch schon Otto Modersohn zählte,  entwickelte Paula  mit der Zeit ein freundschaftliches Verhältnis.

Da sich Paris am Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Kunstzentren Europas entwickelt hatte und Paula Becker in Worpswede die künstlerischen Inspirationen ausgingen, reiste sie 1899, für etwa ein halbes Jahr,  zum ersten Mal dorthin. Sie studierte an der „Académie Colarossi“ und lernte in Ausstellungen und Galerien die Werke bekannter Maler kennen, die auch für ihre künstlerische Entwicklung wichtig waren. Nach Worpswede zurückgekehrt, blieb Paris ihr Sehnsuchtsort, zu dem sie sich immer wieder hingezogen fühlte.

Familie Modersohn BeckerIhre Beziehung zu dem inzwischen verwitweten Otto Modersohn hatte sich intensiviert und im Mai 1901 heiratete Paula Becker den 11 Jahre älteren Landschaftsmaler. Für die Stieftochter Elsbeth versuchte sie, eine gute und fürsorgende Mutter zu sein. Elsbeth diente auch als Modell für einzelne Kinderbilder, unter anderem für „Kopf eines kleinen Mädchens“  von 1902.

Otto Modersohn erkannte, im Gegensatz zu vielen anderen, die künstlerische Begabung seiner Frau und unterstützte ihre Leidenschaft zur Malerei. Er finanzierte auch weiterhin ihre Reisen nach Paris. Durch die dortigen Aufenthalte hatte Paula ihre Vorliebe für das Malen von Stillleben entdeckt. In dieser Zeit entstanden unzählige ihrer beeindruckenden Werke.

Die Beziehung der Eheleute verlief nicht ohne Spannungen und Probleme. Am Anfang des Jahres 1906 verließ Paulo Worpswede und fuhr wieder nach Paris, auch mit der Absicht, sich gleichzeitig von ihrem Mann zu trennen. Bittende Briefe seinerseits, zu ihm zurückzukommen, fanden bei ihr kein Gehör. Trotzdem wurde sie weiterhin von ihm finanziell unterstützt, da sie nicht in der Lage war, für sich selbst aufzukommen. Das war für sie dann wohl auch ein wichtiger Grund, von der endgültigen Trennung Abstand zu nehmen. Im März 1907 kehrte sie zusammen mit ihrem Mann, der bereits die Wintermonate mit ihr in Paris verbracht hatte, nach Worpswede zurück.

Mit der Geburt ihrer Tochter Mathilde „Tille“ am 2. November 1907, ging für sie der langersehnte Kinderwunsch in Erfüllung.  Nach einer schwierigen Geburt  verstarb sie am 20. November 1907 mit nur 31 Jahren an den Folgen einer Embolie.

Paula Modersohn-Becker war eine Ausnahmekünstlerin, die oft auf Unverständnis stieß und nicht selten der Missgunst der Kunstkritiker ausgeliefert war. Doch sie ließ sich nicht beirren, ging ihren Weg und blieb sich und ihrem Stil treu. Die entsprechende Anerkennung ihres Schaffens erhielt sie erst nach ihrem Tod.

Museum in der Bremer BöttcherstraßeIm Jahr 1927 entstand durch die Initiative des Unternehmers Ludwig Roselius, Gründer der Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft (Kaffee HAG) und großer Bewunderer ihrer Kunst,  in der Böttcherstraße in Bremen das Paula Modersohn-Becker Museum. Das erste Museum weltweit, dass sich den Werken einer Künstlerin widmete.  

Der Weg der Malerin Paula Modersohn-Becker  war kein einfacher, aber sie war es, die mit ihren Werken den Aufbruch in die Kunst der Moderne in Deutschland einleitete.

 

 

 

Gaby Schneuing

 

 

Bildquellen: 

Museum: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a4/PMB_museum.jpg
Paula_Modersohn-Becker_011.jpg

 

Zurück