"Dönekes" aus dem St.-Josef-Stift in der Zeit um 1955

Ein Redaktionsmitglied von GENERATION BUNT erinnert sich an einige "Dönekes" aus dem St.-Josef-Stift in der Zeit um 1955

Zu der damaligen  Zeit wurden die Mädchen im St.-Josef-Stift dazu angehalten, Röcke zu tragen, doch das passte ihnen gar nicht. Sie trugen lieber lange Hosen. Sie kamen oft mit dem Fahrrad von weit her und Röcke waren ihnen häufig zu kalt auf dem Rad. Sie gingen dann immer heimlich in den Keller. Auf den Toiletten zogen sie sich um.

In der großen Pause gingen die Mädchen gerne in die Stadt. Sie sollten aber nicht in die Milchbar „Die Kuh“ von Hoffschulten „Fletscher“ gehen, weil sie da Jungens treffen konnten. Da die „Nönnekes“ oben am Fenster standen und lange Hälse machten, gingen die Mädchen erst nach links zu Cafe Möhlmann. Sobald sie außer Sichtweite waren, ging es dann ab zu Fletscher. Die Bio-Lehrerin Frau Schulte war eine ganz nette und beliebte Lehrerin. Sie war mit dem Redaktionsleiter der Ibbenbürener Volkszeitung, Ferdinand Schulte verheiratet. Er schrieb fast täglich unter dem Pseudonym „Fännand“ kritisch über das lokale Geschehen. Die Schülerinnen von Frau Schulte mussten bei ihr immer Blumen namentlich bestimmen. Rechts an der Freitreppe zur Schule im Hof war eine große schwarze Tafel mit 6 Blumenvasen in einer Halterung. Darunter standen die Namen von 18 Wiesenblumen. Die Kinder nahmen die sechs Vasen mit in die Klasse und mussten dann die Namen der Blumen nennen, wenn sie das bis in die Klasse behalten hatten. Schwester Ansgara gab Mathe, sie war streng und gefürchtet. Auf der anderen Seite war sie gerecht und jeder konnte zu ihr kommen, wenn er Hilfe gebrauchte.

Zu ihrem Geburtstag bekam sie von der Klasse einen Blumenstrauß und eine Flasche Rotwein, den sie so gern mochte. Von den Blumen konnte sie sich wohl trennen mit den Worten „ die stifte ich der Jungfrau Maria in der Kapelle“. Danach wandelte sie mit ihrer Flasche Rotwein und einem aufgeschlagenen Gebetbuch in der Hand zwischen Schweinestall und Garten.

 

Werner Suer

 

Wer sich an weitere Geschichten aus der guten alten Zeit erinnert, kann sich gerne  an Sabine Windmann,  Handy: 015167400876 oder per E-Mail: sabine.windmann@googlemail.com wenden.  

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