Die Alte Honigfabrik

Die Geschichte der Familie Wolff und ihrer Dampfmühle
und der heutigen Caritas mit der Familienbildungsstätte
im Mehrgenerationenhaus

Ein fast vergessenes Wirtschaftskapitel in Ibbenbüren ist die Zeit der Unternehmerfamilie Wolff. Um 1850 entstand aus ganz kleinen Anfängen auf dem Dickenberg ein bedeutendes Wirtschaftsimperium, welches um die Jahrhundertwende bereits wieder zusammen gebrochen war. Um 1720 kam Johann Wilhelm Wolff als Bergmann aus dem thüringischen Schmalkalden und bereits 1750 hatte er als königlicher Bedienter und Kohlenmesser auf der Zeche Dickenberg so viel Geld, das er den späteren Hof Brockmann auf dem Dickenberg bauen konnte. Im gleichen Jahr kam sein Sohn Johann Heinrich zur Welt. Dann entstand auf dem Hof eine Ausspanne für Pferde und ein Wirtshaus für durstige Kehlen.

Sein Sohn trat in seine Fußstapfen. Friedrich Wolff und sein Bruder Heinrich, „die Wölfe“ genannt, legten um 1850 den Grundstein für mehrere Betriebe in Ibbenbüren mit später über 1000 Beschäftigten. Sie bauten eine Glashütte in Sichtweite der Werthmühle und nannten sie Glasfabrik, das klang fortschrittlicher. Sie bauten Häuser mit 52 Wohnungen für die dort beschäftigten Arbeiter. Auf der Zeche Dickenberg trieben seine Pferde den Göpel an, um die Kohle aus dem Schacht zu heben. Um 1812 betrieb die Familie mehrere Steinbrüche und handelte mit Pferden. Um 1835 verkauften die beiden Brüder den Hof an Heinrich Knüppe und ließen sich in der Stadt nieder. Friedrich baute sich die weiße Villa an der Münsterstraße 28, heute Bergschneider, und Heinrich kaufte die Villa des Bürgermeisters Sporleder, heute die Caritas an der Klosterstr. 19.

Es war ein prächtiges klassizistisches Gebäude mit ausladender Freitreppe. Die dreizehn großen Fenster zur Straße hatten kleine Butzenscheiben, vor dem Haus standen vier Linden, zu einem Laubendach verflochten. Friedrich fuhr mit dem vierspännigen Pferdefuhrwerk regelmäßig nach Emden und verkaufte Glas im Hafen und kaufte dort kanadischen Weizen. Den ließ er in der Werthmühle mahlen, die er gepachtet hatte. In Lingen hatte er eine Pferde Wechsel- Station.

1857 errichteten die Brüder eine Dampfmühle mit einem Sägewerk in der Klosterstraße 21, die heutige Familienbildungsstätte, genannt Honigfabrik. Außerdem besaß Friedrich Kalköfen und mehrere Steinbrüche mit Anschluß an den Bahnhof durch zwei Feldbahnen. Als die Eisenbahn gebaut wurde, lieferte die Firma Wolff die Bruchsteine für den Unterbau. Am Güterbahnhof besorgte Friedrich Wolff den Rangierbetrieb und den Kohlentransport vom Ibbenbürener Förderstollen am Treppkesberg, insgesamt hatte er für seine Betriebe einen Fuhrpark von 80 Pferden. Neben der Dampfmühle war die Hufschmiede und die Schmiede für Eisenteile. Heinrich Wolff leitete den kaufmännischen Teil, während Friedrich die organisatorische Führung hatte. Obwohl sie um die Jahrhundertwende ein Wirtschaftsimperium begründetet hatten, wollten sie ihre bäuerliche Herkunft nicht leugnen, sie sprachen nur plattdeutsch. Der Stein mit der Jahreszahl 1857 ist über der hohen Tür der Honigfabrik an der Klosterstraße noch heute erhalten. Er bezieht sich auf die erste Dampfmühle an dieser Stelle. Firmenchef Friedrich wurde respektvoll als " König von Ibbenbüren " bezeichnet. Er war sehr groß und hatte ein Rückenleiden. Ursache war, daß sein Vater ihm in jungen Jahren mit einem Holzknüppel in seinem Jähzorn so heftig auf den Rücken geschlagen hatte, das er bleibende Schäden davongetragen hatte.

 

Man nannte man ihn daher auch "däe Stiefe".

Lageplan der Dampfmühle und des Sägewerks 1888 in der Klosterstraße

Mit prachtvollen Landauern, von edlen Pferden, den „Braunen“ gezogen, fuhren die beiden "Wölffe" durch die Stadt. Die Werksfahne der Glasfabrik ziert über dem Werkzeug der Glasmacher eine Königskrone. Einmal im Jahr wurde das Hüttenfest gefeiert, dann marschierte der Fahnenträger stolz an der Spitze des Umzugs. Der Wahlspruch auf der Fahne lautet "Fleiß und Geschick bringt Segen und Glück".

In der Dampfmühle wurde nicht nur Getreide gemahlen, sondern auch Korn geröstet. Daraus entstand der Malzkaffee, genannt "Muckefuck" in Anlehnung an das französische "Mocca faux", also falscher Kaffee.

1888 geschah ein großes Unglück, von dem der Tischler Stockmann bei einem „Küerabend“ im Heimatverein erzählte. Das Protokoll ist leider nicht mehr aufzufinden, doch Karl-Heinz Mönninghoff konnte dazu noch Einiges erzählen. Bei der Getreideröstung brannte die Dampfmühle ab. Friedrich Wolff  pachtete darauf die Windmühle Brenninkmeyer-Berensmeyer an der Ledder Str. 13, heute ist dort die Geschäftsstelle von Rechtsanwalt Scheuer. Woff brachte das angebrannte Röstkorn zur Windmühle, wo es noch tagelang glühte und stank. Das Mehlgetreide wurde nun in der Windmühle gemahlen. Bald begann der Neuaufbau der Dampfmühle in der Klosterstraße, aber ohne die früher vorhandene Sägemühle.

Das Gebäude wurde zu beiden Seiten breiter und wohl ganz neu errichtet, denn im heutigen Gebäude zeigen sich nach dem Umbau keinerlei Brandspuren, bis auf ein paar rot gefärbte Sandsteine, sogenannten Fritten, die dem Feuer ausgesetzt waren und beim Neubau wieder verwendet wurden. Letztlich ist die genaue Baugeschichte des jetzigen Hauses aber nicht restlos geklärt. Kaum war die neue Dampfmühle fertig, starb 1896 der Unternehmer Friedrich Wolff und der Mühlenbetrieb ging ein Jahr später in Konkurs und kurze Zeit später auch die Glasfabrik. Die Steinbrüche erwarb Friedrich Braunschweig.

Anna Alfing war bei Heinrich und Sophie Wolff an der Klosterstr. die Köchin. In ihrem Gesindebuch wurde ihr bescheinigt, dass sie ihre Arbeit in jeder Weise zur Zufriedenheit von Frau Wolff verrichtet hatte. Eines Abends kam ihr Verlobter erst gegen elf Uhr am Abend, um sie in ihrem Zimmer über dem Haupteingang zu besuchen. Er zog an der Stange, die mit der großen Glocke über der Tür verbunden war.

Im letzten Moment konnte Anna die Glocke mit der Hand ergreifen, um das Klingeln zu dämpfen. Die vornehme Familie Wolff durfte so spät nicht mehr gestört werden. Er durfte aber auch nicht zu seiner Geliebten  Die weiße Villa von Friedrich Wolff an der Münsterstraße wurde 1907 an Albert Bergschneider verkauft.

Hermann Gössmann hatte seinerzeit auf dem Oberen Markt im Haus Elfers einen Handel für Mehl, Getreide, Futtermittel und Kunstdünger und im gleichen Haus betrieb er auf der Rückseite den beliebten Gasthof „Bärenstall“. Gössmann kaufte 1907 die Dampfmühle, musste aber drei Jahre später den Mühlenbetrieb schon wieder einstellen, weil die Technik veraltet und eine Renovierung zu kostspielig war. Daher beschränkte er sich auf sein früheres Tätigkeitsfeld, den Handel mit Getreide und Futtermitteln in der Dampfmühle. Die Schmiede auf dem Gelände der heutigen AOK wurde abgebrochen, nachdem die evangelische Stadtschule, die „Türmchen-Schule an der Blauen Ecke“ fertig geworden war. Der Sohn von Hermann Gössmann war übrigens Präsident des Deutschen Fußballbundes, wie auf einer Bronzetafel auf dem Oberen Markt zu lesen ist. Mit dem Tod von Heinrich Wolff endete die Ära der Wölffe kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

Um die Soldaten im Krieg mit Nahrungsmitteln zu versorgen, wurden Lebensmittelpakete an die Front geschickt. Zu Beginn des Krieges begann man deshalb mit der Produktion von Kunsthonig in einem Raum des Gebäudes. Er bestand aus Rohr- und Rübenzucker unter Beigabe von Magermilch und Löwenzahn, versehen mit Farb- und Aroma-Stoffen. Über Bezugsscheine wurde auch an die hiesige Bevölkerung Kunsthonig in geringem Maß ausgegeben. Nach den spärlichen Hinweisen aus dieser Zeit schmeckte er nicht besonders gut, die in der Produktion beschäftigten Frauen klagten über die große Hitze während der Arbeit, die Kittelschürzen waren immer ganz verklebt vom Honigkleister. Sie nannten ihren Arbeitsplatz die "Honigbude".

Den Ibbenbürenem war der Name Honigfabrik noch bis etwa 1930 geläufig, für die meisten hieß das Gebäude jedoch Wolff `s Dampfmühle. Unterlagen in den Archiven sind bisher nicht gefunden worden, so das nur vermutet werden kann, das es die Firma Gössmann war, die hier Kunsthonig produzierte. Bis 1955 konnte man noch Kunsthonig kaufen, heute ist das Produkt mit dem Namen "Kunsthonig" nicht mehr auf dem Markt. Jedoch gibt es ein identisches Produkt unter dem Handelsnamen "Wibine" noch heute als Backzutat, der Name soll sicher nach „Biene" klingen.

1922 kaufte das Finanzamt das Haus des Heinrich Wolff in der Klosterstraße und erweiterte ein Jahr später den Altbau von sieben auf elf Fensterachsen. Die Tür wurde in den Neubau verlegt, so wie es noch heute ist. Die alte Tür und die elegante Freitreppe wurden beseitigt.

1928 kaufte die Edeka die benachbarte alte Dampfmühle und richtete hier ihr Zentrallager für Lebensmittel ein. Vielen ist der Begriff „Die alte Edeka" noch geläufig. Von der Edeka mietete der Getränkehandel Alfing & Schowe die Kellerräume. Dort waren die Abfüllanlagen für Spirituosen und Wein. Der erste Geschäftsführer der Edeka war Hans Bunsiek, er hatte noch nicht den Vorteil, in diesem Hause eine eigene Wohnung zu haben, wie sein späterer Nachfolger Fritz Trebbe. Für den kleinen Hermann Driemeier und seine Nachbarn von der Blauen Ecke war der Hof der Edeka ihr Spielplatz. Die großen Eisentore des Gebäudes hatten viele kleine Scheiben als Oberlichter. Die Kinder machten sich einen Spaß daraus, diese Scheiben einzuwerfen. Dabei wurden sie von Herrn Bunsiek erwischt. Als Vater Driemeier, der Buchhändler, von diesem Treiben seines Sohns erfuhr, bekam der kleine Hermann eine Tracht Prügel.

 

Inzwischen war das Mühlengebäude für die Lagerung der Lebensmittel von Edeka zu klein. Daher erfolgte 1934 der eingeschossige Anbau auf der Nordseite mit einer Laderampe an der Zufahrt zum Hof, das Lagerhaus. Im Krieg bekam das Gebäude auf der Seite zur Klosterstraße einen Artillerietreffer. Die Nachbarskinder von der Gartenstraße und der Südstraße zwängten sich durch das kleine Loch in der Wand. Im Lager stopften sie sich die Hosentaschen voll mit Karamell-Bonbons. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs standen bei der Edeka alle Türen offen und die Bevölkerung hatte sich zum Teil mit Zucker, Öl, Mehl, Käse und Margarine eingedeckt. Auch die russischen Fremdarbeiter, die beim Baustoffhandel Bergschneider in der Gartenstraße arbeiteten und wohnten, holten sich Lebensmittel.

Um weitere Plünderungen von Lebensmitteln zu verhindern, wurde dasHaus durch Engländer bewacht. Eine Ibbenbürenerin stellte sich den Bewachern mutig in den Weg und forderte Zutritt, weil sie verzweifelt war und nichts mehr zu essen hatte. Sie ließ sich auch durch Verbot nicht aufhalten und ging ins Gebäude. Ein Engländer schoss daraufhin in die Luft, sie ließ sich aber nicht beeindrucken. Mit ihrer Beute, einem Laib Käse, rannte sie zur Marktstraße nach Hause. Dort angekommen, musste sie enttäuscht feststellen, dass sie eine Käselaib-Attrappe erbeutet hatte. 1949 wurden die alten Gebäude auf der Hofseite umgebaut und aufgestockt. Oben entstand die Wohnung des Edeka-Geschäftsführers Fritz Trebbe mit dem Zwischenbalkon, unten waren Garagen u. Lagerräume. Der mächtige quadratische Sandsteinkamin hinter der Mühle, der sich nach oben verjüngte, wurde im Zuge dieser Baumaßnahme abgetragen. Das Lagerhaus auf der Nordseite wurde aufgestockt und mit tragfähigen Stahlbetondecken versehen und erhielt kurz darauf einen kleinen Lastenaufzug. Später übernahm der Makler Bosse die Wohnung von Fritz Trebbe. Die Edeka war gegen Einbruch besonders gesichert. Sollte eine Tür aufgebrochen werden, machte die große Klingel außen am Fenster an der Nordseite einen Höllenlärm und rief die Wach- und Schließgesellschaft herbei.

Ab 1955 hieß es "In der Luft liegt Kaffeeduft". Es wurde Kaffee der Marke "IBBONA Hanseaten-Mischung" bei der Edeka geröstet. Fritz Trebbe bediente die Probat-Röst-Trommel persönlich. Bei etwa 250 Grad verströmten die Bohnen ihren aromatischen Geruch. Nach der Abkühlung wurden die Bohnen in der Verlese-Maschine sortiert.

Sie hatte einen Tretantrieb und die Frauen, die sie bedienten, nannten sie „die Kaffee-Nähmaschine". Während die Füße das Sortierband mit der Tretplatte antrieben, fielen die Bohnen aus dem Trichter auf das Band, die guten fielen in den Kaffeesack und die "Stinkbohnen" wurden beidhändig aussortiert. Heute gibt es nur noch ganz wenige kleine handwerkliche Röstereien, u.a. die Traditionsfirma Finkener in Lengerich. Der Frischdienstwagen von Edeka belieferte die einzelnen Filialen im Kreis Tecklenburg mit Kaffee und anderen Produkten aus dem Lager. Es fehlte dringend ein großer Lastenaufzug in dem viergeschossigen Altbau, der dann endlich 1959 zentral im Gebäude durch die heimische Baufirma Max Schumacher eingebaut wurde.   

Sieben Jahre später verließ die Edeka Ibbenbüren. Noch heute treffen sich die alten „Edekaner“ regelmäßig und erzählen von alten Zeiten. Nach dem Auszug von Edeka machte der Amtmann Bernhardt den Vorschlag, den maroden Altbau an der Klosterstraße abzubrechen, dazu kam es jedoch nicht. Es fand sich 1966 ein neuer Nutzer, der 11 Jahre dort blieb, die Firma AFA-Möbel Hartwig mit ihrem Möbelmusterlager und immerhin l Jahr lang produzierte die Firma Gerhardi Kunststoffteile für Autos an der Spritzgussmaschine im Keller. Schließlich wurde das Gebäude 1977 an die Caritas verkauft, wie auch das Nachbargebäude, das ehemalige Finanzamt. Danach diente die Dampfmühle lange Jahre als Wohngebäude für Asylbewerber, bis der Kunstverein sein Interesse anmeldete. Die nachfolgenden Nutzungen sind Thema eines eigenen Artikels. Die Dampfmühle Wolff erhielt mit dem Einzug des Kunstvereins den Namen „Alte Honigfabrik“, eine Wortspielerei, der Name soll an die Produktion von Kunsthonig erinnern und an die Kunst.  

Glossar

Der Kohlenmesser

hatte die Kohlen zu wiegen und das Geld dafür an den Bergbau-Unternehmer abzuliefern.

Der Göpel

Antriebsmaschine, hauptsächlich im Bergbau, meist angetrieben von Pferden, die ein Seil auf eine Welle wickeln, an der ein Fördergefäß hängt.

Die Ausspanne

weist auf ein Haus/Gasthaus hin mit der Möglichkeit zum Ausspannen der Pferde aus den Pferdewagen und Kutschen und auf die Übernachtung der Reisenden und das Unterstellen der Tiere im Stall. Noch heute heißt es „ich muß mal ausspannen oder entspannen“.

Dampfmühle

eine Mühle mit stationärer Dampfmaschine.

Kunsthonig

ist die alte Bezeichnung für Invertzucker. Er wurde in früheren Zeiten als Ersatz für Honig verwendet. Der industriell hergestellte Invertzucker wird durch Anreicherung von Stärkezucker oder Stärkesirup zu einer Creme weiterverarbeitet.

Probat-Rösttrommel

die Firma Probat ist seit 1868 ein Hersteller von Geräten zur Verarbeitung von Roh- zu Röstkaffee

Die alte Honigfabrik - eine Chronologie

Die alte Honigfabrik wird im Volksmund "Wolffs Dampfmüöhlken" genannt

1710 etwa wird Johann Wilhelm Wolff geboren

1750 kommt Johann.Wilhelm Wolff aus dem thüringischen Schmalkalden nach Ibbenbüren, er ist Kohlenmesser auf der Zeche Dickenberg.

1750 baut er den Hof Wolff /Brockman / Bellersheim und richtet dort eine Ausspanne ein.

1750 etwa wird sein Sohn Johann Heinrich Wolff geboren

1806 heiratet Johann Heinrich Wolff die Maria Agnes Mutert

1807 Johann Heinrich fördert auf der Zeche Dickenberg Kohle, mit seinen Pferden trieb er den Göpel an.

1810 Das Haus Wolff, Klosterstr. 19 (die spätere Caritas) wird durch den Amtmann Sporleder erbaut

1812 Friedrich 1 Wolff wird geboren

1834 Heinrich Wolff wird geboren, der Bruder von Friedrich 2 Wolff

1837 Friedrich 1 Wolff kauft Wiesen an der Werthmühle für den Sandabbau einer geplanten Glasfabrik

1839 Friedrich 2 Wolff wird geboren, der spätere Eigentümer der Dampfmühle und der Glasfabrik

1840 Friedrich 1 Wolff baut das Haus Münsterstr. 28  (heute die weiße Bergschneider-Villa) er wohnt dort bis 1907

1840 Heinrich 1 Wolff kauft das Haus Klosterstr. 19, das ehemalige Haus des Amtmanns Sporleder, das spätere        Finanzamt.

1856 Friedrich 2 Wolff fährt mit dem Pferdefuhrwerk Glaswaren zum Hafen Emden, zurück bringt er kanadischen Weizen. In Lingen hat er eine eigene Pferdewechsel-Station eingerichtet.

1856 Eröffnung des Bahnhofs in Ibbenbüren. Wolffs Steinbrüche hatten nun eine Verbindung mit Schmalspurbahnen
zum Ibbenbürener Bahnhof.

1857 Bau der alten Dampfmühle Wolff, siehe Schlußstein über der Tür

1858 Fuhrunternehmen u. Rangierbetrieb Wolff am Bahnhof.

1858 Bau und Betrieb einer Kornmühle als Dampfmühle mit Sägewerk an der Klosterstraße.

1863 Friedrich Wolff wird Schützenkönig

1875 Bau der Glasfabrik an der Werthmühle.

1888 Bei der Getreide-Röstung ist die alte Dampfmühle und das Sägewerk an der Klosterstraße abgebrannt. Wolff produzierte hier Kaffee aus geröstetem Getreide.

1888 Wiederaufbau der Dampfmühle ohne die Sägmühle. Die neu erbaute Dampfmühle wurde nach Norden u. Süden verbreitert. Vermutlich wurde sie von Grund auf neu gebaut.

1889 die Glasfabrik Wolff an der Ringstraße wird mit einer Sägemühle erbaut

1888 Planung u. Genehmigung der Kesselanlage der Dampfmühle.

1896 Friedrich 1 Wolff ist gestorben.

1897 Konkurs der Dampfmühle

1900 Schließung der Glasfabrik

1906 Wilhelm Wolff ist gestorben.

1907 Albert Bergschneider kauft das Haus des Friedrich Wolff an der Münsterstraße 28.

1907 Hermann Gösmann kauft die Dampfmühle von Friedrich Wolff.

1910 Der Dampfmühlen-Betrieb ist eingestellt

1915 Heinrich Wolff stirbt mit 80 Jahren.

1915 Produktion von Kunsthonig (Gösmann) in einem kleinen Teil des Gebäudes von 1915 -1919

1920 Das Finanzamt mietet von den Erben Heinrich Wolff das Haus Klosterstr. 19

1922 Das Finanzamt kauft das Haus des H. Wolff

1923 Der Altbau Wolff - Finanzamt wird erweitert von sieben auf elf Fenster-Achsen

1928 Edeka-Zentrallager bis 1966

1928 bis 1956 Getränkeabfüllung u. Getränkehandel Alfing u. Schowe,

1937 Erweiterung des Finanzamts nach Osten

1945 Plünderung bei der Edeka in der ehem. Dampfmühle

1948 Der Lagerraum von ng wird Garage für Edeka und Alfing

1950 Das Lager an der Nordostseite der ehem. Dampfmühle wird aufgestockt, Einbau von Stahlebetondecken.

1953 Das Finanzamt wird nach Osten erweitert

1955 Die Kaffee-Rösterei IBBONA-Kaffee ist in der ehem. Dampfmühle

1959 Einbau eines großen Aufzugs im Altbau durch die Baufirma Max Schumacher

1966 Auszug der Edeka aus der ehem. Dampfmühle

1966 Die Firma Gerhardi produziert mit eine Kunststoffpresse bis 1967Autoteile

1966 Möbel-Musterlager Hartwig, AFA-Möbel

1977 Auszug der Firma Möbel Hartwig

1977 Verkauf der ehem. Dampfmühle Klosterstr. 21 über den Rechtsanwalt A. Garmann an die Caritas.

1977 Das Haus Klosterstr. 19, das ehemalige Finanzamt wird ebenfalls  an die Caritas verkauft.

 

2005 - Kunsthaus Alte Honigfabrik
2007 - Einzug der Familienbildungsstätte mit Hospizverein

Werner Suer

 

1977 hat der Caritasverband Tecklenburger Land e.V das Gebäude ehemalige Dampfmühle Wollf  Klosterstraße 21 erworben. Fast gleichzeitig hat der Caritasverband das alte Finanzamt, Klosterstraße 19, gekauft. Beabsichtigt war die Schaffung eines Sozialzentrums in freier Trägerschaft, so die Vorstellung von Pfarrer Bernhard Honsel.

Vom 1.5.1991 bis 31.7.2005 war das Haus Nr. 21 ein Wohnheim für Flüchtlinge.

Der Sozialdienst kath. Frauen e. V., Ibbenbüren (SkF) – als Fachverband dem Deutschen Caritasverband zugehörig - hat inzwischen ein gut funktionierendes Sozialkaufhaus eingerichtet, mit folgenden Angeboten:

- der Suppenküche

- den Bereichen: Möbel, Kleidung, Haushaltswaren

- dem „Sozialpunkt“, in dem ehrenamtlich tätige Frauen und Männer Rat und Hilfe anbieten.

Dem Sozialkaufhaus zugehörig ist die in einem Nebengebäude (Oststraße 35) untergebrachte Tafel. Seit 2015 engagiert sich der Sozialdienst kath. Frauen verstärkt in der Flüchtlingsarbeit.

  • Gemeinsam mit dem Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche wird aktuell eine regelmäßige Sprechstunde in der Migrations- und Flüchtlingsberatung angeboten.
 
  • Im „Mitmach-Cafe“ wird gemeinsam gelernt, gebastelt, repariert oder genäht.
 
  • „Meet and eat“ ist ein Willkommensdinner. Flüchtlinge und Ehrenamtliche kochen gemeinsam, um so einen Einblick in unterschiedliche ( Ess) Kulturen zu erhalten.

Im Sozialkaufhaus sind ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter/-innen tätig, außerdem Beschäftigte aus den unterschiedlichen Programmen der Sozial-und Arbeitsverwaltungen.

Ansprechpartnerin: Gabriele Andresen,  Diplomsozialarbeiterin, Telefon05451/9686-39, e-mail andresen@skf-ibbenbüren.de und sozialkaufhaus@skf-ibbenbüren.de

Die ökumenische Familienbildungsstätte ist 2007 in das dafür baulich veränderte Haus eingezogen. Sie war seit 1969 an der Mauritiuskirche angesiedelt. Mit dem Umzug verbunden, ging die Trägerschaft von der Pfarrgemeinde St. Mauritius an den Regionalverband der Kath. Erwachsenbildung und Familienbildung im Kreisdekanat Steinfurt e.V über.

Die Familienbildungsstätte ist inzwischen auch ein Mehrgenerationenhaus geworden. Es wird im Rahmen des Aktionsprogramms  II  des Bundesministers für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Der Hospizverein Ibbenbüren bietet Beratung und Gruppengespräche an und hat hier seine Geschäftsstelle eingerichtet.

Der Kunstverein Ibbenbüren hat einen Raum angemietet und ihn so ausgestattet, dass Kunstausstellungen stattfinden können.

Während des ersten Weltkrieges wurde in einem Teil des Hauses Kunsthonig hergestellt. Die langjährige Vorsitzende des SKF Anneliese Bruns, sagte einmal, wir befinden uns in der „ Alten Honigfabrik“.

Der Kunstverein nennt seine Einrichtung „Kunsthaus alte Honigfabrik“.

Im Sinne von Anneliese Bruns und Bernhard Honsel sollte man das Haus „Sozialzentrum Alte Honigfabrik“. nennen.

Karl -Heinz Mönninghoff

 

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