Die „Drei Hasen“ vom Groner Wald

von links - Gustav Deiters sen. von der Stärkefabrik Crespel & Deiters, im Hintergrund Forstmeister Hendrik Schulze-Westenhoff und der Berichterstatter Werner Suer, davor Christa Stengel von der Offenen Keramikwerkstatt.

Die „Drei Hasen“ vom Groner Wald

Im Groner Wald am Soldatenfriedhof vorbei führt der Weg auf den Berg zum Kammweg. Mitten im Wald steht eine kleine Steinpyramide mit eingelassener

Tontafel, auf der drei Hasen abgebildet sind.

Der Geschichte dieses Steines soll nachgegangen werden. Es handelt sich um den „Drei-Hasen-Stein“ mit dem Markenzeichen der Stärkefabrik Deiters.

1929 kaufte die Firma Deiters das Gut „Grone-Langewiese“ mit den Wäldern im Groner Wald, um ausreichend Wasser für den Betrieb der Fabrik aus den wasserführenden Schichten fördern zu können.

1930 wurde die Feldstein-Pyramide von Egon Holzapfel, dem Sohn des Försters von Gut Langewiese aus Steinen, die sich in der Umgebung fanden, lose aufgerichtet.

Nachdem Unbekannte kurze Zeit später das Werk zerstört hatten, erwies es sich als notwendig, die Steinpyramide mit Mörtel zu stabilisieren. In diese Pyramide wurde dann die „Drei-Hasen“-Tafel aus gebranntem Ton eingelassen.

Mittlerweile war die alte Tafel so verwittert, daß das Motiv kaum noch zu erkennen war.

Daher wurde überlegt, eine neue Tafel anzubringen. Christa Stengel und Elke Werremeyer von der Offenen Keramikwerkstatt der VHS Ibbenbüren machten sich ans Werk und schufen die Tafel, die seit heute das Denkmal auf dem Berg ziert.

Auf der Tafel sind drei Hasen so geschickt dargestellt, daß statt sechs nur drei Löffel zu sehen sind. Die passende Umschrift lautet „Drei Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder seine zwei“.Bereits 1899 erfolgte die Anmeldung des Warenzeichens mit den „Drei Hasen“ beim Kaiserlichen Patentamt. Es gibt zahlreiche Vorbilder dieser Darstellung, der Hase ist schon seit dem 4. Jahrhundert als Symbol der Auferstehung bekannt. Den Christen dient das Motiv seit frühester Zeit als Zeichen der Dreifaltigkeit von Gott Vater, Sohn und dem Heiligen Geist. Es findet sich in vielen Kirchen im Maßwerk der Fenster.

Im Paderborner Dom laufen die Hasen im Uhrzeigersinn, im Dom zu Münster laufen sie entgegengesetzt - ebenso im Zeichen der Stärkefabrik Crespel & Deiters.

Joseph Deiters soll die Idee gehabt haben, das Symbol der „Drei Hasen“ als Warenzeichen der Weizenstärkefabrik zu verwenden. Während einer Predigt im Dom zu Münster entdeckte er das Hasen-Symbol im Gewölbe des Johannis-Chores und kam auf den Gedanken, das Zeichen als Symbol für die Firma zu verwenden.

Auch an der Gustav-Hugo-Straße begegnen wir der „Drei-Hasen“-Tafel in der Dreihasen-Siedlung. Sie wurde 1934 für Werksangehörige der Stärkefabrik gebaut. Am Eingang der schmucken Siedlung mit den Häusern aus Ibbenbürener Sandstein wurden zwei mächtige Torpfeiler aus Backsteinen errichtet.

Jeder Pfeiler trägt zur Gravenhorster Straße hin die „Drei-Hasen“-Tafel aus gebranntem Ton. Auch diese beiden Tafeln waren mit der Zeit stark verwittert, so daß Gustav Langkamm und seine Frau Agnes von der Töpfergruppe Dickenberg sich 1990 ans Werk machten und die beiden alten Tafeln durch neue ersetzten.

Aus einem Zeitungsartikel von 1937 erfahren wir, daß es früher einen „Dreihasen“-Spielplatz gab, errichtet von der Firma Crespel & Deiters.

Er lag an der Groner Allee Er „diente den Kindern als verkehrssicherer Tummelplatz, wo sie sich in frohem Spiel entwickeln können“, wie die Zeitung damals schrieb.

Der Platz stand natürlich allen Kindern offen und er war ein richtiger Abenteuerspielplatz, der von einem Bächlein durchflossen war, über das ein kleiner hölzerner Steg führte. Das ganze Gelände lag etwa einen Meter tiefer als die Umgebung und der Spielplatz war von Sträuchern eingerahmt. Ob dort auch die „Drei Hasen“ ihr Spiel trieben, ist nicht überliefert. Nach Aufhebung des Spielplatzes wurde die Vertiefung aufgefüllt. An dieser Stelle steht heute die katholische Kirche St. Ludwig.

 

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