Besuch einer Tagespflegeeinrichtung für Senioren, im Alter selbstbestimmt leben.

Der demografische Wandel zeigt nun einmal immer mehr die Tendenz zum hohen Alter. Oft treten dann Gebrechen in unterschiedlichsten Formen auf.

Solange bei den Seniorinnen und Senioren die Gesundheit noch mitspielt, eine Partnerschaft der gegenseitigen Hilfe bei Pflege besteht, kann der Alltag selbstbestimmt gemeistert werden. Doch was ist, wenn Überforderung des Partners, der Familie oder Einsamkeit  bei allein lebenden Senioren auftritt?

Redaktionsmitglieder von “Generation BUNT“ wollten es wissen und haben sich mit dem Thema: „In Würde und selbstbestimmt alt werden  in Ibbenbüren,  dabei mit einem großen Anteil an Wohlbefinden, den Alltag meistern,“ auseinander gesetzt. Viele Seniorinnen und Senioren sind geistig noch sehr vital und dankbar für vielfältige Angebote.

Zwei Mitglieder von “Generation BUNT“ haben die Tagespflegeeinrichtung  “Hand in Hand Tagespflege in Ibbenbüren, Am Sportzentrum 7, an einem Werktag besucht, um einen Eindruck vom Tagesablauf zu bekommen.

In dieser Einrichtung stehen 16 qualifizierte Mitarbeiter für 22 pflegebedürftige Personen, mit einem individuellen Betreuungsangebot zur Verfügung. Je nach Freizeitangebot, werden hin und wieder auch externe Fachkräfte eingesetzt. Manche Gäste sind jeden Werktag hier, andere kommen nur ein-, zweimal die Woche. Wohlbefinden und Zufriedenheit ist  hier vorrangig der Maßstab, in Verbindung mit einer hohen Qualität. Früher war es ein Lager für  Stalltechnik, jetzt sehr liebevoll umgestaltet zu einer kleinen Wohlfühl-Oase, in Betrieb genommen im April 2019. Viele Jahre Erfahrung mit Senioren, spiegeln sich in der Einrichtung wieder. Räumliche Weite, warme Farben, anschauliche Dekoration, Rückzugsorte zum Ruhen oder Lesen, so wie Räumlichkeiten für Fußpflege und Haarschnitt. Schon der Eingangsbereich ist sehr geräumig und offen. Die Türen zu den Büros sind nicht geschlossen und gegenüber im weiteren Verlauf kommt die große Küche ins Bild.

Natürlich sind wir, Maria Beier und Kuni Moritz von Generation BUNT, schon vor den Gästen in der Einrichtung, um einen ersten Einblick zu bekommen. Pünktlich um 9.00 Uhr treffen die Seniorinnen und Senioren mit Rollatoren und in Rollstühlen sitzend, nach und nach ein. Morgendliche Grüße und das Allgemeinbefinden werden schon im Eingangsbereich ausgetauscht. Jeder Gast wird persönlich angesprochen und von den Betreuern herzlich begrüßt. Nun ist jede Hand gefragt, um allen aus ihrer Wintergarderobe zu helfen. Zusammen gehen wir anschließend in die große, helle Küche. Durch die Fenster schauen wir  auf eine Terrasse mit einer Vogelvoliere, im Sommer ein Kleinod!

 

 

 

 

 

 

 

Es erwarten uns sehr liebevoll gedeckte Frühstückstische, dekoriert mit eigen gebastelter Dekoration. Eine offene Küche befindet sich in der Mitte des Raumes, dadurch haben die Mitarbeiterinnen alle Seniorinnen  und Senioren im Blick und können bei Bedarf schnell reagieren.

Namensschilder stehen auf den Tischen, so dass jeder weiß wo er heute sitzt. Das hat sich bewährt, denn dadurch wird die Sitzordnung immer neu verteilt. Wir kommen schnell ins Gespräch, so ist es gewünscht! Schön war auch zu sehen, dass man achtsam miteinander umging, Scherze über die Lippen kamen und über das eine oder andere gelacht werden konnte. Die Hälfte der Gruppe  zieht sich nach dem Frühstück in den Ruheraum zu einer lockeren Gesprächsrunde zurück, oder spielen „Mensch ärgere dich nicht“, was immer gut ankommt.

 

 

 

 

 

 

Für den kreativen Teil gibt es wechselnde Angebote, wie gemeinsames Singen, Basteln, Werken, Malen, Bewegung und das Lesen der Tageszeitung. Fürs Werken steht eigens eine Werkbank zur Verfügung. Heute machen wir Sport. Die Teilnehmer der Sitzgymnastik sammeln sich in einem separaten Raum.

 

 

 

 

 

 

Auch wir werden aufgefordert, teilzunehmen. Das muss man uns nicht zweimal sagen. Angeleitet durch eine Fachkraft im Gesundheitswesen, führen wir unsere Übungen sitzend, so gut es geht, durch. Wer glaubt, dass diese Übungen ein Leichtes sind, wird nach einigen Durchläufen schnell eines Besseren belehrt. Liebevoll wird manchmal untereinander der Grad der Beweglichkeit gezeigt und erklärt wie er zu erreichen ist, es wird dankbar angenommen. Eine Stunde mühen wir uns ab und sind danach etwas geschafft, aber auch sehr zufrieden. Nun wollen wir über das Tagesgeschehen in und um Ibbenbüren wissen. Eine Betreuerin der Tageseinrichtung liest aus der Tageszeitung vor. Schnell entwickeln sich Diskussionen über Geschehenes, Aktuelles und vieles mehr. Schnell, fast zu schnell vergeht die Zeit.

Um 12.00 Uhr wird zum Mittagessen gebeten. Nun ist die Sitzordnung bekannt und alle gehen ruhig und gezielt zum Platz. Das Essen, übrigens in der Küche frisch zubereitet, schmeckt köstlich. Auch hier und jetzt ergeben sich nette Gespräche.

Danach hat jeder die Möglichkeit eine Mittagsruhe zu halten, Spiele zu spielen, oder einen Spaziergang zu machen.

Wir müssen natürlich auch noch den selbstgebackenen Kuchen probieren und dazu gehört selbstverständlich der Kaffee. Wieder angeregte Gespräche, die Stimmung ist locker und fröhlich. Wer glaubt, dass der kreative Teil schon vorbei ist, der irrt. Das Gehirn soll jetzt aktiviert werden. Bilder mit prominenten Gesichtern machen die Runde. Sie sollen erraten werden und   nach Möglichkeit eine Verknüpfung zu ihrer oder  seiner Tätigkeit hergestellt werden. Ein Beispiel: Lale Andersen, sie wurde schnell erkannt und spontan fingen einige an, das bekannte Lied; „Lili Marleen“ zu singen, ergreifend!  So geht es einige Zeit weiter und der unaufhaltsame Abschied  naht.

Wir vom Team „Generation BUNT“ waren uns einig, dass der Besuch in der Tagespflegeeinrichtung „Hand in Hand“, bei uns nachhaltig sehr großen Eindruck hinterlassen hat. Die wohlige Atmosphäre, die herzliche Aufnahme und nicht zuletzt das positive Zusammenspiel mit den Seniorinnen und Senioren.

Anzumerken ist noch, dass die Kosten, je nach Pflegegrad, von der Pflegeversicherung bis zum Höchstsatz übernommen werden (Pflegestärkungsgesetz). Hinzu kommt, dass die Tagespflege eine Alternative ist, die zwischen häuslicher Pflege und stationärer Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung angesiedelt ist und sie entlastet zudem pflegende Angehörige.

M.Beier
K.Moritz

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