Wer sind sie : Heute: Ekke Kosiek

Heute: Ekke Kosiek

 

Klar, zur Zeit stehen Frau, Familie und Enkelkinder im Vordergrund. Aber so ganz abgeschlossen mit dem Handball hat er trotzdem nicht. Kann er auch gar nicht und will er auch nicht. Schließlich gehört er für die Ibbenbürener Spielvereinigung  zum Handball wie die schwarz-weiße Vereinsfarbe.

Ekkehart Kosiek ist ein Urgestein der Handballabteilung  der ISV, hat  verschiedenste Posten über vierzig Jahre lang bekleidet und bereits seinem Vater Theo dabei zugesehen, wie er die ISV Handballabteilung Ende 1957 aus dem Boden stampfte.

„Dabei taten sich einige aus unserer Leichtathletikabteilung sowie Sportler des TVI zusammen“, erinnert sich Kosiek – den alle eigentlich nur unter seinem Spitznamen Ekke kennen.

Sieben junge Männer  trafen sich ein Mal in der Woche auf dem Jahnwiese an der Werthmühle und spielten bei Wind und Wetter auf dem dortigen Ascheplatz. Und das ohne Trainer und „ziemlich amateurhaft“, schmunzelt Kosiek. „Man sagte uns `hier ist der Ball, da ein Tor. Da müsst ihr drauf werfen“. Ganze drei Bälle besaß das Team – „echte Gurken“, so das fachmännische Urteil des heute 71jährigen.

Sein Vater Theo ging während der sonntäglichen Spiele mit einem Zigarrenkasten umher und sammelte von den Zuschauern 10 oder 20 Pfennig ein – „wir mussten schließlich den Schiedsrichter bezahlen“.

Anschließend ging es in die Stammkneipe „Heemann im Hoek“. Als diese geschlossen wurde, traf man sich im „Lindenhof“ zum kühlen Blonden.

Aber irgendetwas muss damals trotz „Gurken und fehlender Anleitung funktioniert haben, denn drei Mal in Folge stieg dieses Team auf. „Wir waren leichtathletisch gut drauf. Dem Gegner sind wir einfach weggelaufen“. Das ging aber auch nur deshalb, weil „ein ganz anderes Handball-System gespielt wurde“. Nicht mit einem so hohen Tempo und nicht mit einer so langen Spielzeit wie heute. Im gesamten Spiel fielen dann vielleicht insgesamt elf oder auch zwölf Tore. Heute sind auch zwanzig oder dreißig Tore keine Seltenheit.

Im Sommer war man draußen, im Winter in der kleinen Judo Halle an der Anne-Frank-Realschule. Ekkes Position war die Mitte oder  Halblinks – seine Spezialität  der Aufsetzer ins Tor und  der Tempogegenstoß.

Tja, das war einmal. Doch seine Augen leuchten, wenn er aus dieser Zeit erzählt und  sich erinnert. Namen wie zum Beispiel Hermann Nostheide, Heinzi Overfeld, der lange „Jan“ Hans Hackmann, Hans-Helmut Holtgrave, Georg Heitling, Manni Hoppe, Harald Hackmann, „Hella“ Lammers, Rudi Lammers, Markus Glüsing Dirk Hackmann oder Josef Windoffer huschen durch seinen Kopf – alles Mitstreiter für die gute Sache „Verein“ und prägend für die Ibbenbürener Handballgeschichte.

All die Jahre ist er mit der ISV Handballabteilung durch dick und dünn gegangen, hat Höhen und Tiefen erlebt – war Spieler, Trainer, Betreuer, Fahrer, Abteilungsleiter, Schriftführer, zwei Jahre auch Vereinsvorsitzender.  „Eben das, was wir gerade gebrauchten und was für die Abteilung oder den Verein wichtig war“.

Bis zum 56igsten Lebensjahr war er aktiv  mit der Oldie-Truppe im Handballgeschehen. „Sogar heute treffen  wir uns noch sporadisch – eine tolle Gemeinschaft, die 30 Jahre zusammen spielte“.

Heute genießen Ekke und seine Frau Hella ihren „Unruhestand“. Beide waren Lehrer, sind  pensioniert und erfreuen sich an ihren vier Kindern und neun Enkelkindern. „Bald sind es zehn“,  verrät der Großvater Ekke.

Doch so ganz hat er dem Handball noch nicht den Rücken gekehrt. Zum einen gehört er mit vier weiteren Herren dem Ältestenrat der ISV  an. Außerdem schaut er sich heute von der Tribüne  der Halle Ost gern die Spiele  der Damen- und Herrenmannschaften an.  „Wenn ich Samstags Zeit habe, dann bin ich da“, so Ekke Kosiek.

Sabine Windmann

 

 

Schuldner- und Insolvenz-Beratung für Jung und Alt

Hilfe in scheinbar ausweglosen Lebenssituationen

Schuldner- und Insolvenz-Beratung für Jung und Alt - Gespräch mit Wilma Dankbar vom SKF in Ibbenbüren

Ibbenbüren. Wer kennt diese Bilder nicht: Rechnungen, die sich türmen, verzweifelte Gesichter, hilfesuchende Augen - Ausweglosigkeit. Doch es gibt einen Weg, einen Ausweg. Und das auch in Ibbenbüren. Die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung ist ein Hilfsangebot des Sozialdienstes katholischer Frauen, Oststraße 39 in Ibbenbüren. Eingerichtet wurde sie speziell für Familien und Einzelpersonen mit finanziellen Problemen im Tecklenburger Land.

Seit 1999 ist die Schuldnerberatungsstelle von der Bezirksregierung anerkannt, so dass Beratungen auch über Verbraucherinsolvenzen durchgeführt werden. Diese Beratungen sind kostenfrei, konfessionslos und absolut vertraulich. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Die Beraterinnen sind Diplom Sozialarbeiterinnen/-pädagoginnen, die hochprofessionell arbeiten und immer wieder durch Fortbildungen geschult und damit auf den neuesten Stand der Möglichkeiten und der Gesetzeslage gebracht werden.

Die Ratsuchenden, oftmals verzweifelte Menschen, kommen aus allen Schichten und Altersgruppen der Bevölkerung. Die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle des SKF hat jährlich über dreihundert Anfragen und die Tendenz ist seit Jahren steigend.

Auch und gerade die Altersarmut rückt immer mehr in das Blickfeld: Die Lebenserwartung steigt, dadurch aber auch die Phase, in der die Rente reichen muss. Das wird zunehmend schwieriger, denn nennenswerte Rentenerhöhungen, die das auffangen würden, sind nicht zu erwarten. Die Gesundheitssituation verschlechtert sich stetig und damit steigt der Hilfs- und Pflegebedarf ebenso wie das Kostenniveau bei der Energieversorgung und den Nebenkosten.

Durch Verknüpfung der an sich schon schwierigen materiellen und sozialen Situation gewinnt das Thema „Schulden und Ver- und Überschuldung“ in dieser Lebenslage noch eine besondere Brisanz. Trotzdem scheut sich gerade die ältere Generation, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Hinzu kommt häufig die eingeschränkte Mobilität der älteren Menschen“ so Wilma Dankbar „die es dann, zusätzlich zu den persönlichen Vorbehalten, auch noch schwierig macht, in die Beratungsstelle zu kommen.“ Hausbesuche wären in solchen Fällen wünschenswert, die zeitliche Kapazität der Beraterinnen lässt dieses aber leider nicht zu.

Die Vorgehensweise zu Beginn der Beratung ist immer die gleiche: Nach einem Anruf bei der SKF erhält der Ratsuchende mehrere Formulare, so einen Personalbogen, einen Haushaltsplan und Verschiedenes mehr. Weiterhin ein Merkblatt über die Vorgehensweise sowie Broschüren mit vielerlei Informationen.

Diese Formulare müssen ausgefüllt werden und ermöglichen dadurch den Beraterinnen einen Überblick über die Situation der Ratsuchenden. Diejenigen, die mit dem Ausfüllen der Formulare überfordert sind, können sich Hilfe bei verschiedenen „Sozialpunkten“ holen. Diese werden in der Broschüre namentlich genannt. Auch die „Ehrenamtlichen“ der Sozialpunkte ( in Ibbenbüren das Sozialkaufhaus) unterliegen ebenfalls der Schweigepflicht. Es ist also absolut falsch verstandene Scham, deren Hilfe nicht in Anspruch zu nehmen.

Erst nach Einreichung und Prüfung der Unterlagen wird dann in einem persönlichen Gespräch nicht nur die Strategie der Entschuldung, die weitere Vorgehensweise festgelegt, sondern auch über ganz direkte, konkrete Hilfe gesprochen wie die Finanzierung einer neuen Brille, Beihilfen verschiedenster Art, Haushaltsplanung und nach Bedarf die Vermittlung weiterer Hilfsangebote und Vielerlei mehr.

Im Bedarfsfall und der ist fast immer gegeben, werden dann von den Schuldnerberaterinnen Verhandlungen in Form von Schriftverkehr und persönlichen Gesprächen geführt sowohl mit Banken als auch mit Gläubigern. Die Resultate sind oftmals frappierend durchwegs und positiv für die betroffenen Menschen.

Oberstes Ziel von Wilma Dankbar, stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen, ist es, den Ratsuchenden, oftmals sehr verzweifelten Menschen, zu helfen. Wieder Ruhe in deren Leben zu bringen, Perspektiven aufzuzeigen und einen Weg aus der Überschuldung zu finden.

Und: Es ist erstaunlich und beeindruckend wie vielfältig die Möglichkeiten der Hilfestellungen sind, und es wäre jedem, der sich in einer – wie er vielleicht meint – aussichtslosen Schuldensituation befindet, anzuraten, sich diesen professionellen Beratern anzuvertrauen.

 

Ute Achermann

 

Norbert Strotmann seit 20 Jahren Bischof in Lateinamerika

Der Riesenbecker ist seit 20 Jahren Bischof in Lateinamerika

Ein Gespräch über Armut und Glaube - Wege in die Zukunft mit Bischof Norbert Strotmann

Ich habe Norbert Strotmann als Theologiestudent vor 47 Jahren in einem Ferienlager kennengelernt. Jetzt ist er seit 40 Jahren Priester und seit 20 Jahren Bischof der Diözese Chosica in Peru. Er stammt aus Riesenbeck. Hier verbringt er seinen Urlaub und feierte auch sein Bischofsjubiläum. Für die Redaktion „Generation BUNT“ habe ich ihn dort besucht und ein Gespräch mit ihm geführt.

Schnell wird deutlich, dass der promovierte Theologe und Soziologe nicht an der Oberfläche bleibt. Schon früh hatten die Verantwortlichen im Orden der Hiltruper Missionare und der Kirchenleitung in Rom sein analytisches Denken, seine Fähigkeit zu Schlussfolgerungen erkannt. Er ist ein Mann für die soziale Gerechtigkeit.

Im Gespräch wird schnell deutlich, dass er ein gebürtiger Westfale, aber auch ein waschechter Peruaner ist. Er kennt beides „Ihr“ in Europa und „Wir“ in Peru und Lateinmarika beginnt er seine Analysen. Wir sprechen über Armut und Reichtum. Für ihn, der am Rande von Lima tausende von Peruanern in den Favelas betreut, die aus dem Hochland der Anden gekommen sind und verstreute Bergdörfer in den Anden mit dem Pferd besucht, ist klar: „Ihr jammert auf hohem Niveau. Bei uns ist Armut“. Und er erzählt von einer der ersten Begegnungen: „Ich schaute von der Straße in einen Hausflur. Er ist lang und dunkel. Am Ende ein Waschbecken mit Wasserschlauch. Vom Flur gehen zehn Türen ab, hinter jeder wohnt eine Familie mit acht bis zehn Personen. Da wusste ich, hier werde ich bleiben“.

Er erzählt weiter: „Wenn meine deutschen Besucher durch die Favelas gehen, sehen sie die leuchtenden Augen der Kinder, die nichts haben außer einer Konservendose zum Ballspielen. Die Menschen sind freundlich und gastfreundlich“. Er zieht ein Fazit: „Glück ist eine Sache des Herzens, nicht des Besitzes, das vergesst ihr. Kirche und Politik müssen dafür sorgen, dass sich Lebensverhältnisse ändern. Es muss sichergestellt sein, dass etwas von dem erarbeiteten Wohlstand unten ankommt.“ Dafür kämpft er als Bischof in den verschiedensten nationalen und internationalen Gremien: Er weiß, was er sagt und er sagt, was er weiß.

Im zweiten Teil unseres Gespräches geht es um den Glauben: „Die Entwicklung in Peru ist ähnlich wie in Europa. Die Glaubensweitergabe ist gestört. Aber ohne Glauben wird es kälter in unserem Leben“, meint Bischof Norbert. Es sei wichtig, diese Situation zu verändern. Under hat mit seinen Mitarbeitern einen Pastoralplan entwickelt: Für zehn Jahre - einfach und effektiv. Die Laienmitarbeiter sollen vor Ort, in der Familie, in der Nachbarschaft im Dorf und der Favela mit den Menschen den Glauben leben. Sie werden ausgebildet, das Evangelium in der Sprache der Menschen zu erzählen, zu deuten, Inhalte weiterzugeben.

Nur so kann sich etwas verändern. Die einheimischen Priester gilt es zu stärken- ein Fünftel seiner Mitarbeiter sind Peruaner. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, müssen Wege gefunden werden, denn es gibt kein Gehalt vom Staat. Die ausländischen Mitbrüder, so Bischof Strotmann, hätten ihre Heimatgemeinden und Orden im Rücken, die sie unterstützten. Auch hier muss eine Lösung gefunden werden. Wie diese aussehen wird, kann er nicht sagen: „Aber wir müssen ja nicht alles allein machen. Jedoch anfangen, Wege zu bereiten“.

Ich glaube, Bischof Norbert ist mit seiner Kraft, Ausdauer und seinem Elan auf einem guten Weg.

Hans-Jürgen Himstedt

Ausführlicher Bericht unter Interview!