Wer sind sie: Heute Liesel Albers

Ibbenbüren. Sie ist  zierlich, extravagant gekleidet - hat eine akzentuierte, leise Stimme.  Ihre  Augen sind  hell,  aufmerksam,  wach,  voller Neugier  - sie lachen dem Leben  entgegen.

„Das hab ich aus Brasilien mitgebracht“, schmunzelt Liesel Albers und meint   wohl ihre positive Einstellung  und ihre unkomplizierte, fröhliche Art.

Das, gepaart mit Fantasie, ergibt eine schier unerschöpfliche Kreativität.

 

Liesel Albers konnte diese schon als Erzieherin im Kindergarten anwenden. Doch ausleben, ja,  das kann sie ihre schöpferische Kraft erst nach ihrer Pensionierung.

Doch, erst einmal zu den Anfängen.

Geboren wurde Liesel Albers 1946 – und das an der Laggenbecker Straße in Ibbenbüren. Heinrich und Erna Brunne waren ihre Eltern. Nach der Volksschule besuchte sie die Mädchen-Realschule an der Kanalstraße. „Die wurde damals noch von Nonnen geleitet“, erinnert sich die heute 67jährige.  Eigentlich wollte sie sofort danach zur Fachschule Sozialpädagogik nach Osnabrück, um dort Erzieherin zu lernen. „Ich war noch zu jung  für diese Schule und von daher ging ich dann erste einmal an die Frauenfachschule nach Rheine“, so Albers. Und dort lernte sie Haushalt. „Eben alles, was mir nicht so lag“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Und dann passierte etwas Unfassbares für das damals  junge Mädchen. Für zwei Jahre sollte sie eine Ibbenbürener Familie nach Brasilien begeleiten – quasi als Au Pair-Mädchen – und dort die Kinder beaufsichtigen.

„Bevor es losging, mussten meine Eltern dann tief in die Taschen greifen, denn ich gebrauchte Kleider – auch Cocktailkleider“, erzählt Liesel Albers und ihre Augen leuchten noch heute, wenn sie an diese Zeit zurückdenkt. Mit 500 Mark machte sie sich auf den Weg nach Münster und Düsseldorf – stattete sich aus. Dann  tauchte sie  in eine ganz neue Welt. Kontakt nach Ibbenbüren zu ihren Eltern hatte sie – per Brief versteht sich. „Allein die Überfahrt von Genua nach Santos – das war ein Erlebnis, das war der Wahnsinn“. Und die Zeit dort hat sie verändert und geprägt.  Portugiesisch kann sie noch heute   und wie gesagt, etwas von der lockeren, sorglosen  Lebensfreude  hat sie sich ebenfalls bis heute bewahrt.

Zurück in heimatlichen Gefilden, ging dann alles seinen weitern, normalen Gang. Nach der Fachschule Sozialpädagogik war Liesel Albers Erzieherin, arbeitete in Osnabrück, auf dem Dickenberg und in Laggenbeck, bevor sie die Leitung des Markus-Kindergartens in Dörenthe übernahm. „Meinen Beruf habe ich 39 Jahre lang mit Leib und Seele ausgeübt“, so die Kindergärtnerin. Der Umgang mit den Kindern, der hatte es ihr dabei angetan - zu sehen und zu spüren, dass die Kinder lernen wollten, wissbegierig waren. Schon damals schrieb sie gemeinsam mit ihnen so manche Geschichte. Doch auch schon in  ihrer aktiven Zeit als Erzieherin wandelten sich die Kinder, ihre Einstellungen. „Oft fehlte ihnen dann die Fantasie, sie konnten sich häufig keine Geschichten mehr ausdenken, ihnen fehlte der Spaß am Spiel“.

Die Fantasie – nein, die fehlt Liesel Albers nicht, nicht die Kreativität und der Ideenreichtum.

2007 ging sie in den Ruhestand – oder besser Unruhestand. Das war ihr „richtiges“ Leben, danach begann das „verrückte“ mit nicht nur einer Facette.

Sie begann zu schreiben, malen, Mode zu designen und zu modellieren. Seit 2008 veröffentlichte sie verschiedene Bücher, darunter auch einige Krimis. „Italienische Nacht“, „Schleichende Katzen“, „Kurzurlaub mit ungeahnten Folgen“ oder  „Crime Time“  gehören zu ihren Werken. Häufig aus ihrem realen Leben gegriffen, sind ihre Geschichten und Kurzgeschichten spannend, amüsant oder nachdenklich machend. „Ich wollte das einfach mal ausprobieren“, lächelt die Schriftstellerin.  Übrigens ist gerade ein Buch mit Kurzkrimis  in der Mache. Bis Oktober sollen etwa 16 Geschichten in einem 280 Seiten  umfassenden Band erscheinen.

Ebenfalls entstanden seit 2009 insgesamt 150 Bilder. Unter dem Motto „experimentelles Gestalten auf Leinwand“ arbeitet die Künstlerin mit Acrylfarben  - Lieblingsfarben sind übrigens rot, orange, türkis und pink. Verschiedene Ausstellungen bestückte sie bereits damit – und das zwischen Ibbenbüren und Düsseldorf. „Ich hab Einfälle genug“, sagt die Malerin.

Das „dritte Leben“ der Liesel Albers beschäftigt sich mit Mode.  Dabei entwirft sie Kleidung  - anders, aber schick. Um überhaupt einen Einstieg in diese Thematik zu bekommen, machte sie ein Studium im Fach Modedesign in Osnabrück. „Entwerfen kann ich, schneidern nicht so gut“, erklärt die Designerin mit einem Augenzwinkern.

Zur Zeit hat Liesel Albers noch etwas Neues für sich entdeckt: das Modellieren. Seit Weihnachten experimentiert sie mit einer Keramikmasse – entwirft Charakterfiguren. „Ich traue mich jetzt mal an eine richtig große Skulptur heran. Vielleicht mit Draht – nichts Gegenständliches auf jeden Fall“, überlegt die Modelleurin. Eigentlich sagt sie das, wie zu sich selbst. Denn da ist Liesel Albers noch auf dem Weg – und wo ihre Ideen und ihre Fantasie sie  hinbringen – die Zukunft wird es zeigen. Dabei stützt  ihre brasilianische Philosophie noch  ein  Ausspruch von Pablo Picasso: „Kunst ist dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen“.

Das ist übrigens das Motto ihres „verrückten“ Lebens.

Sabine Windmann

 

 

 

in memoriam Klemens Niermann

Viele Ibbenbürener  erinnern sich an Pfarrer Niermann.  Sie sind  ihm in der Berufsschule als Religionslehrer begegnet oder im Krankenhaus als Krankenhauspfarrer.  Vor nunmehr sieben Jahren ist dieser beliebte Pfarrer gestorben.  Papst Franziskus hätte seine Freude an diesem Mann und  seinem Glaubensleben  gehabt.  Er war ein  authentischer Priester, der manchmal auch gegen Widerstände kämpfen musste.

Im Januar 1963 kam er nach Ibbenbüren  und wurde Kreisvikar (Kaplan) in Ibbenbüren St. Mauritius.  Auf Bitten des Bischofs übernahm er die Stelle des Berufsschulpfarrers. Klassengottesdienste  und Meditationen neben seinem Unterricht bereicherten das Leben der Schule. Vielen Jugendlichen war er  ein Helfer in  schwierigen Situationen. „Man konnte ihn immer ansprechen“, sagten  viele.  Besonderen Wert legte Klemens Niermann auf die Kontakte zu  den Menschen islamischen Glaubens in  der  Moschee in Ibbenbüren. Hier suchte er mit den Verantwortlichen Räumlichkeiten und bot seine Hilfe an. Er kannte keine Berührungsängste  und später kamen Abgesandte der Moschee zu Weihnachten in  die Krankenhauskapelle,  um den Christen zur  Geburt Jesu zu gratulieren.  Im Ramadan war er immer ein gern gesehener Gast  beim Fastenbrechen.

Zu DDR Zeiten  unterstütze er heimlich Gemeinden und Priester in ihrer Arbeit, indem er ihnen  Autos und Material  besorgte und  zum Teil auf kuriose Weise  in die DDR einschmuggelte.  Solche Geschichten können Bände füllen.  Nachdem er 1977 dem Schriftsteller und Regisseur Einar Schleef die Mittel zur Ausreise aus der DDR über die Tschechei ermöglicht hatte , wurde Klemens Niermann   im März 1977 an der Grenze  gefasst , als er die Verlobte von Schleef mit dem Wagen aus der DDR schmuggeln wollte.  Nach einer langen Untersuchungshaft  wurde er zu dreieinhalb Jahren  Haft verurteilt. Nach drei Monaten kaufte ihn  das Bistum Münster frei.

 Ab 1983 wurde er  Krankenhausseelsorger im Ibbenbürener Klinikum. Er ermunterte die Kranken und begleitete Sterbende  auf ihrem letzten Lebensabschnitt. Kraft und Hilfe gab er den Angehörigen in Gesprächen. Bis zu dreimal in der Nacht  wurde er aus dem Schlaf geholt, um Sterbenden beizustehen.

Sein Augenmerk galt der Ökumene. Mit den evangelischen Pfarrern arbeitete  er eng zusammen, feierte gemeinsame Gottesdienste an den Festtagen. Bekenntnisverbundenen Ehen gab er Kraft und Halt.  Und immer wieder stellte er sich die Frage: WAS WÜRDE JESUS IN DIESER SITUATION TUN?

Und diese Frage und die Antworten aus der Schrift bestimmten sein Leben. Asylbewerbern bot er mehr als einmal sein Bett an und schlief wochenlang auf der Couch.  Kein Obdachloser wurde von seiner Tür verwiesen, alle fanden Hilfe und ein Dach über dem Kopf,  ob im Keller des Krankenhauses, wo er eine kleine Wohnung eingerichtet hatte, oder auch mal im Winter in der Kapelle.

Für sich selbst  brauchte er nichts, er hatte keine Spareinlagen und Konten. Geschenke wurden weitergegeben an die Bedürftigen. So fehlte seinen Freunden  beim Besuch in seiner Wohnung einmal ein Besteck, dass sie ihm geschenkt hatten. Niermann quittierte die Frage nach dem Verbleib: „Jesus war da und der brauchte es nötiger“. Das Geschenk war in einer Asylbewerberfamilie gelandet.   Zur  Kirche in Weißrussland unterhielt  er viele Jahre Kontakte,  eine Suppenküche in Minsk wurde von ihm  eingerichtet und gefördert. Hier in Deutschland besorgte er viele, alte  Kircheneinrichtungen  und brachte sie mit Transporten nach Minsk.  Die Suppenküche in Ibbenbüren und die Arbeit  des Sozialdienstes katholischer Frauen unterstütze er  tatkräftig.

 

Sein Tod nach schwerer Krankheit stimmte viele sehr traurig und sie fragten sich: „Wie wird das weitergehen mit seiner Arbeit und seinem Engagement?“ Pfarrer Weber sagte damals: „Wir müssen alle ein bisschen Klemens werden“.

Bei der Beerdigung nahmen Hunderte von Ibbenbürener  von ihm Abschied.  Bewegend in Berichten und Kondolenzschreiben  der Gottesdienstbesucher. Viele hatten persönlich eine Hilfe  erfahren und drückten ihren Dank auf dem letzten Weg von Klemens zu seiner Ruhestätte aus. An seinem Grab auf dem Nordfriedhof  sprechen Menschen ihre Gebete und Bitten aus und hinterlassen Kerzen als Grabschmuck  Auf Ratsbeschluss wurde zur Erinnerung an den beliebten  Pfarrer und als Aufforderung „Ein bisschen Klemens zu werden“ der Platz zwischen Rathaus und Caritasverband in Klemens -Niermann-Platz umbenannt.

Was ist geblieben von diesen Mann: Generation BUNT fragte bei Freunden und Zeitgenossen an: „Was ist von Klemens Niermann geblieben?“

Martin Weber (Pfarrer Hl. Kreuz) meint:„ Eine Lücke und Sehnsucht ist geblieben. Klemens war ein handfestes und Grenzen sprengendes Symbol für Mitmenschlichkeit und Christlichkeit. Wir brauchen in Ibbenbüren wieder mehr Menschen, die zusammen führen und zu Solidarität anstiften.

Andreas Finke ( Matthäusgemeinde) erinnert sich an seine Einstellung zu evangelischen Christen:„Ich war ganz neu als Pfarrer in Ibbenbüren. Mein erster Ökumenischer Gottesdienst führte mich in die Michaelkirche. Dort zelebrierte Leonhard Rüster die Eucharistiefeier. Alle standen im Halbkreis hinter dem Altar. Unter ihnen auch Klemens und ich als evangelischer Nachbarpfarrer. Je näher die Austeilung kam, desto unruhiger wurde Klemens. Als Leonhard dann mit den Hostien auf uns zukam, fing Klemens förmlich an zu zappeln und wies den Zelebranten mit Kopf- und Handzeichen auf mich hin. So bekam ich als Erster eine Hostie in der Kommunion. Erst nachdem ich auch den Kelch nehmen durfte, war Klemens wieder ruhig und sehr zufrieden“.

 Schwester Michaela von der Krankenhausseelsorge  antwortet auf diese Frage: „Ganz spontan fallen mir die vielen ehrenamtlich Engagierten ein. „Pfarrer Klemens“, so wurde er von vielen genannt, hatte die Gabe, Menschen einzuladen,  zu ermutigen mitzumachen, zu begeistern. Aus fast allen Gemeinden engagierten sich Kommunionhelfer, um den Kranken am Sonntag die Kommunion zu ermöglichen. ..Das ist von Klemens Niermann geblieben. Die Sonntagsgottesdienste liefen weiter in Form von Wort-Gottes-Feiern.  Männer und Frauen, die ihn im Predigtdienst schon  unterstützten, waren sofort bereit, die Leitung einer Wort-Gottes-Feier zu übernehmen…. Das ist von Klemens Niermann geblieben.  Pfarrer Klemens war für Hilfesuchende eine Adresse, das war bekannt und wurde auch weitergegeben. Die Adresse von Klemens Niermann ist geblieben, der Umfang hat sich etwas verkleinert,  aber für „Jan und Hein und Klaas und Pit“ ist die Adresse ein Stück Heimat geblieben.  In unserem Fürbittbuch fand ich im Dezember folgenden Eintrag: „Klemens, ich wünsche dir oben eine schöne Weihnacht, leider bist du zu früh gegangen. Kerze brennt schon“. Auch das ist von Klemens Niermann geblieben.   In der Begegnung mit Menschen treffe ich immer wieder auf Klemens Niermann, weil sie von ihm in Wort oder Tat Hilfe erfahren haben und davon berichten.Auch das ist von Klemens Niermann geblieben.“

Michael Dudek (Religionslehrer am Kepler Gymnasium) sagt: „ Klemens Niermann bleibt unter uns lebendig. Manchmal gehe ich zum Friedhof und besuche sein Grab. Da brennen immer ein paar Kerzen. Im Religionsunterricht versuche ich, seine Lebensgeschichte den jungen Leuten weiterzuerzählen. Sie erfahren von seinem Einsatz für die anderen und von seiner Vision einer neuen Welt“.

Für Lotti Große-Burlage  ist  immer wieder das Gottesbild von Klemens Niermann tragend: „Das  RICHTEN Gottes ist ein AUFRICHTEN:“

Anne Wilksen:  „Klemens, ein  Mann von tiefer Frömmigkeit und mit viel Humor, er hat das Evangelium ernst genommen, das Leben geliebt und jeden Menschen, so wie er ist, akzeptiert“

Ein gutes Fazit.

Hans-Jürgen Himstedt

Bilder:

Klemens Niermann vor der "Kapelle mit Herz im Herzen der Stadt Klemens Niermann sammelt für die Suppenküche in Minsk

Beerdigung Abraham als Stammvater der Religionen (Bild von Klemens Niermann)

Lebenslauf am 30. März 1928 als fünftes von 14 Kindern in Schermbeck ab 1945 Gymnasium in Dorsten, 1951 sein Abitur auf dem Gymnasium in Geldern.

1951 – 57 Studium in Münster, Fribourg

1957 als Kaplan in Duisburg (Rheinhausen-Hochemmerich) St. Peter.

1963 Kreisvikar /St. Mauritius Ibbenbüren

1965  Berufsschulpfarrer ab 1983 Krankenhausseelsorger und Berufsschulpfarrer

ab 1988 (nach Op) nur noch Krankenhauspfarrer

6. Februar 2007 gestorben im Alter von 78 Jahren

weitere Infos: unter : www. heiligkreuz.info/

 

 

 

Wer sind sie : Heute: Ekke Kosiek

Heute: Ekke Kosiek

 

Klar, zur Zeit stehen Frau, Familie und Enkelkinder im Vordergrund. Aber so ganz abgeschlossen mit dem Handball hat er trotzdem nicht. Kann er auch gar nicht und will er auch nicht. Schließlich gehört er für die Ibbenbürener Spielvereinigung  zum Handball wie die schwarz-weiße Vereinsfarbe.

Ekkehart Kosiek ist ein Urgestein der Handballabteilung  der ISV, hat  verschiedenste Posten über vierzig Jahre lang bekleidet und bereits seinem Vater Theo dabei zugesehen, wie er die ISV Handballabteilung Ende 1957 aus dem Boden stampfte.

„Dabei taten sich einige aus unserer Leichtathletikabteilung sowie Sportler des TVI zusammen“, erinnert sich Kosiek – den alle eigentlich nur unter seinem Spitznamen Ekke kennen.

Sieben junge Männer  trafen sich ein Mal in der Woche auf dem Jahnwiese an der Werthmühle und spielten bei Wind und Wetter auf dem dortigen Ascheplatz. Und das ohne Trainer und „ziemlich amateurhaft“, schmunzelt Kosiek. „Man sagte uns `hier ist der Ball, da ein Tor. Da müsst ihr drauf werfen“. Ganze drei Bälle besaß das Team – „echte Gurken“, so das fachmännische Urteil des heute 71jährigen.

Sein Vater Theo ging während der sonntäglichen Spiele mit einem Zigarrenkasten umher und sammelte von den Zuschauern 10 oder 20 Pfennig ein – „wir mussten schließlich den Schiedsrichter bezahlen“.

Anschließend ging es in die Stammkneipe „Heemann im Hoek“. Als diese geschlossen wurde, traf man sich im „Lindenhof“ zum kühlen Blonden.

Aber irgendetwas muss damals trotz „Gurken und fehlender Anleitung funktioniert haben, denn drei Mal in Folge stieg dieses Team auf. „Wir waren leichtathletisch gut drauf. Dem Gegner sind wir einfach weggelaufen“. Das ging aber auch nur deshalb, weil „ein ganz anderes Handball-System gespielt wurde“. Nicht mit einem so hohen Tempo und nicht mit einer so langen Spielzeit wie heute. Im gesamten Spiel fielen dann vielleicht insgesamt elf oder auch zwölf Tore. Heute sind auch zwanzig oder dreißig Tore keine Seltenheit.

Im Sommer war man draußen, im Winter in der kleinen Judo Halle an der Anne-Frank-Realschule. Ekkes Position war die Mitte oder  Halblinks – seine Spezialität  der Aufsetzer ins Tor und  der Tempogegenstoß.

Tja, das war einmal. Doch seine Augen leuchten, wenn er aus dieser Zeit erzählt und  sich erinnert. Namen wie zum Beispiel Hermann Nostheide, Heinzi Overfeld, der lange „Jan“ Hans Hackmann, Hans-Helmut Holtgrave, Georg Heitling, Manni Hoppe, Harald Hackmann, „Hella“ Lammers, Rudi Lammers, Markus Glüsing Dirk Hackmann oder Josef Windoffer huschen durch seinen Kopf – alles Mitstreiter für die gute Sache „Verein“ und prägend für die Ibbenbürener Handballgeschichte.

All die Jahre ist er mit der ISV Handballabteilung durch dick und dünn gegangen, hat Höhen und Tiefen erlebt – war Spieler, Trainer, Betreuer, Fahrer, Abteilungsleiter, Schriftführer, zwei Jahre auch Vereinsvorsitzender.  „Eben das, was wir gerade gebrauchten und was für die Abteilung oder den Verein wichtig war“.

Bis zum 56igsten Lebensjahr war er aktiv  mit der Oldie-Truppe im Handballgeschehen. „Sogar heute treffen  wir uns noch sporadisch – eine tolle Gemeinschaft, die 30 Jahre zusammen spielte“.

Heute genießen Ekke und seine Frau Hella ihren „Unruhestand“. Beide waren Lehrer, sind  pensioniert und erfreuen sich an ihren vier Kindern und neun Enkelkindern. „Bald sind es zehn“,  verrät der Großvater Ekke.

Doch so ganz hat er dem Handball noch nicht den Rücken gekehrt. Zum einen gehört er mit vier weiteren Herren dem Ältestenrat der ISV  an. Außerdem schaut er sich heute von der Tribüne  der Halle Ost gern die Spiele  der Damen- und Herrenmannschaften an.  „Wenn ich Samstags Zeit habe, dann bin ich da“, so Ekke Kosiek.

Sabine Windmann