Ambulanter Hospizverein Ibbenbüren

 

Alles hat seine Zeit:

Eine Zeit geboren zu werden, eine Zeit zu sterben.
Eine Zeit beisammen zu sein, eine Zeit sich zu trennen.
Eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

 

"Hospiz" bedeutet eigentlich nichts anderes als Herberge. Im Mittelalter (zur Zeit der Kreuzzüge) waren Hospize Orte, an denen Pilger Rast machen konnten und Unterkunft bekamen, in denen Kranke, alte Menschen und Sterbende gepflegt und versorgt wurden. In diesen Häusern gab es Gastfreundschaft, Erholung und Mitmenschlichkeit.

Auch die heutigen Hospize wollen Herbergen auf einer Reise sein, und zwar der letzten Reise, die ein Mensch antritt. Für viele Menschen ist es ein großer Wunsch, zu Hause zu sterben. Jedoch sieht die Wirklichkeit oft anders aus. Aufgrund veränderter gesellschaftlicher Umstände versterben immer noch viele Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Hospiz steht für die Idee, mitzuhelfen, dass viele Menschen bis zuletzt in vertrauter Umgebung leben und dort auch begleitet sterben können.

Der Hospizverein Ibbenbüren wurde 1996 gegründet. „Wir sind Menschen aus verschiedenen Berufen und Konfessionen. Wir möchten Kranke und Sterbende in ihrer letzten Lebensphase begleiten. Unsere Tätigkeit ist ehrenamtlich, und wir unterliegen der Schweigepflicht“ , so Christine Hartwig-Ullrich,   Vorstandsmitglied und Sterbebegleiterin im Hospizverein Ibbenbüren. 

Wer sind die "Ehrenamtlichen Begleiter"? Menschen, die bereit sind, sich für andere Menschen zu engagieren und ihr Wissen, ihre Zeit und ihre menschliche Kompetenz einzubringen. Menschen, die bereit sind, sich von ihrem Einfühlungsvermögen in die Person und die Situation der Sterbenden leiten zu lassen und sich nach deren Bedürfnissen zu richten.

Die Begleiter möchten mit dem Sterbenden ein Stück des Weges gehen, eine Hand anbieten und gleichzeitig den Menschen so sein lassen, wie er ist. Er muss sehr feinfühlig, achtsam und vertrauenswürdig für den Sterbenden und die Angehörigen sein. Die Zeit des Sterbens ist eine Zeit der Unsicherheit, der Ängste und der Trauer und wird häufig von Hilflosigkeit geprägt.

„Um die trauernden Angehörigen auch weiterhin auf ihrem Weg durch die Trauer zu unterstützen, geben wir ihnen die Möglichkeit“, ergänzt Hartwig-Ullrich, „ sich in einer Trauergruppe unter fachkundiger Begleitung mit Gleichgesinnten auszutauschen, die einen ähnlichen Verlust erlitten haben“. Der Gesprächskreis für Trauernde bietet Raum, in dem jeder so sein darf, wie er sich gerade fühlt. „Wir können ihnen zwar nicht den Schmerz abnehmen, aber ....... wir wollen sie mit ihrem Schmerz nicht allein lassen“.

Ein weiteres Angebot des Hospizvereins ist das "Hospizcafe für Trauernde". Es richtet sich an alle von Verlust betroffenen Personen und findet  an jedem zweiten Sonntag im Monat in der Familienbildungsstätte in der Klosterstraße in Ibbenbüren statt.

Christine Hartwig-Ullrich: „Der Weg durch die Trauer ist harte Arbeit und bedarf vieler Kraft und vielen Mutes. Obwohl die Trauer sehr schmerzt, muss sie dennoch durchschritten werden. Wir müssen die Trauer zulassen. Verhinderte Trauer behindert Leben! Denn wer sich dem Abschiedsschmerz stellt und ihn durchlebt gewinnt die Freiheit, wieder nach vorn zu schauen“.

Trauer kann man nicht überwinden wie einen Feind, Trauer kann man nur verwandeln: den Schmerz in Hoffnung, die Hoffnung in tiefes Leben.

Christine Hartwig- Ullrich

„Schulanfang“ im Caritas-Wohnheim

Mit Hilfe  einiger aus dem Schulmuseum Mettingen entliehener Utensilien erinnerte man sich an den Schulranzen und an die Dinge, die dahinein gehörten: Schiefertafel mit Läppchen und Schwämmchen, Griffelkasten mit Griffeln, Fibel, Rechenbuch , Bibel, nicht zu vergessen die Dose für das Butterbrot.

Der Schulranzen war aus braunem Leder, stabil war er, musste ja auch  für die ganze Schulzeit halten. Es gab zwei Formen, eine für Mädchen, eine für Jungen. Der Ranzen für Mädchen hatte einen kleineren Überschlag zum Verschließen, der Überschlag beim Tornister für Jungen ging bis ganz nach unten.

 

Und als dann jeder von den Heimbewohnern eine Schiefertafel und einen Griffel zum Probieren bekam, sah man nur „fleißige Schüler und Schülerinnen“. Keiner musste motiviert werden, keiner ermahnt; alle probierten eifrig, ob sie es noch konnten, genau in die vorgegebenen Zeilen zu schreiben. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen, man hätte Fleißkärtchen verteilen müssen.Aber die hatten die „Lehrer“ leider nicht dabei. Ein Bonbon aus der großen Schultüte war Ersatz. Natürlich  erinnerte man sich an Ereignisse aus der frühen Schulzeit. Z.B. an den ersten Buchstaben, den man schreiben lernte, das „i“ :  Auf ,ab, auf, Pünktchen drauf. Schlimm, wenn man vergessen hatte, das Schwämmchen nass zu machen, da musste schon mal einfach Spucke helfen.

Die Mädchen trugen alle eine Schürze, die Schulschürze. Zu Hause wurde sie sofort ausgezogen, für den Nachmittag hatte man eine andere nicht so schöne.

Es gab auch ein paar Wandbilder zu betrachten.

Beim Märchenbild musste man genau hinschauen und kombinieren: „Der Kleine da, ist das Däumling?“   Nein, es war Rumpelstilzchen. Und sofort kam  allen der altbekannte Reim über die Lippen: Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind. Oh, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.

Singen und Kinderlieder durften  nicht fehlen. Diesmal brauchte es keine Gitarrenbegleitung für „Hänschen klein“  und „Ein Männlein steht im Walde“. Alle sangen mit. Die Zeit verging wie im Flug, die vorgesehene Stunde  war schnell  vorbei.Zum Schluss klatschten viele ,ein Zeichen, dass es ihnen Spaß gemacht hatte.

 

 Maria Beier

Ostergarten

Die Schriftlesungen in den vorösterlichen Gottesdiensten sind lang, besonders am Karfreitag, lang und schwer.

Die Geschehnisse der  letzten Tage im Leben  von Christus, seine Worte, das Verhalten der Menschen, die so schnell vom „Hosianna“ zum „Ans Kreuz mit ihm“ wechseln, die gesellschaftlichen Strukturen im damaligen Palästina, das alles in der komprimierten Sprache der Bibel - wahrlich  schwere Kost.

Und wenn man dann noch an Jugendliche und sogar Kinder denkt.......? Da kann  der „Ostergarten“ helfen. Er arbeitet nicht wie die Bibel ausschließlich mit Bericht und Erzählung. Er spricht alle Sinne an. Stationen werden plastisch aufgebaut, eine Straße in Jerusalem, der Abendmahlssaal, der Garten Gethsemane, Golgatha, das Felsengrab. Da steht eine Palme, da liegt ein Palmblatt in Originalgröße.

Die Thomas-Gemeinde  hat beim Aufbau des diesjährigen Ostergartens in der „Freien Kirche“ und den Vorbereitungen im Vorfeld großen Einsatz erbracht. Wochen dauerte der Aufbau, zeitweise waren 40 Gemeindemitglieder im Einsatz.

Führungen für verschiedene Altersstufen mussten ausgearbeitet, geprobt, überarbeitet werden, Flyer und  Prospektmaterial entworfen und  verteilt werden.

Den Helfern  gebührt Respekt für ihren selbstlosen Einsatz, für die Bereitschaft, auch nach einer anstrengenden  Führung Fragen zu beantworten und weitere Informationen zu geben.

Hörspiele stellen Gespräche vor, Musik erklingt, exotische Gewürze verströmen Düfte, man spürt  behagliche Wärme  und fröstelt in  Kühle und Dunkelheit.

In einer Reihe von Räumen werden auf 700 Quadratmetern verschiedene Örtlichkeiten der Ostergeschichte nachgebildet und vorgestellt.

Das beginnt mit einer engen Gasse in  Jerusalem, an der Seite Tiere wie Schaf und Esel, aber auch Palmen  oder Marktstände mit Früchten und Gewürzen. Diese Kulissen  können mit allen Sinnen erlebt werden, sie helfen, die Ereignisse besser zu verstehen.

Im angenehm warmen Abendmahlssaal schlüpfen  die Besucher  in die Rolle der Jünger. Sie nehmen auf den niedrigen Polstern Platz, eigentlich müssten sie  fast  liegen, eine gänzlich  ungewohnte Art,  Platz zu nehmen. Man kann die Füße nicht unter den Tisch stellen, die Füße, die auf den staubigen Straßen  schmutzig geworden sind, die gewaschen werden müssen. Fußwaschung, auf einmal  ist das ganz einleuchtend. Beeindruckend auch die Mahlszene: kurzes Gebet, dann werden Brotstücke und Saft gereicht.

Manche Stationen des Leidensweges Christi sind  für Kinder besonders  schwierig nachzuempfinden. Gethsemane, Jesus, die schlafenden Jünger, Gebet. Dem Erwachsenen  wird die Todesangst Jesu  durch die Worte  schnell bewusst, Kinder werden eher von der gespenstisch anmutenden  Dunkelheit und der Kälte des Ortes berührt.

Auch der Verrat des Petrus ist eine solch schwierige Passage, Kinder sind mehr vom offenen Kohlefeuer und dem Krähen des Hahnes fasziniert, als dass sie sich in die Situation des den Herrn verratenden Petrus versetzen können.

Die  plastischen Darstellungen, die bildhaften Erzählungen,  das Mittun  der Teilnehmer können  nicht alles verständlich machen, das muss man akzeptieren.

Aber vieles wird klarer, wird nachhaltiger  aufgenommen und  besser behalten. Und darauf kommt es an.

Deshalb lohnt ein Besuch im Ostergarten auf jeden Fall, besonders für Familien mit Kindern, für Kindergärten und Schulklassen.

Maria Beier

 

 

 

 

 

Sinnenpark Ostergarten vom  1. bis 21. April 2014

Thomas-Gemeinde Ibbenbüren, An der Diekwiese 14, 49 477 Ibbenbüren

Öffnungszeiten: Montag – Freitag 15.00 bis 18.00 Uhr

Wochenende: 14.00 bis 18.00 Uhr

Karfreitag: 14.00 bis 19.00 Uhr -  21.00 bis 24.00 Uhr