Verabschiedung von Marie-Luise Hohenhaus

16 Jahre Leiterin im Caritas-Altenwohnhaus

„Nano“, so wird sie  von der Familie, von ihren Freunden und vielen Mitarbeitern genannt.  „Nano“, der Name  geht zurück auf ihren kleinen Bruder, dem wahrscheinlich „Marie-Luise“  zu schwierig oder einfach zu lang war.

Fünf Silben: „Ma-rie-Lu-i-se“.

„Nano“ dagegen ist  kurz, klingt vertraut, man ist schnell  bei ihr. „Nano“ liebt den direkten Weg,  zu ihren Mitarbeitern,  zu den ehrenamtlichen  Helfern, vor allem  zu den Heimbewohnern. Die Bewohner des Caritas-Altenwohnhauses, sie sind es, die Marie-Luise Hohenhaus am Herzen liegen. Sie weiß um jeden, sie weiß um das  Umfeld des Einzelnen, sie weiß um Belastungen, um Nöte, um  Ängste .  Die kann sie  ihnen nicht ganz nehmen, aber sie  versucht zu helfen.  Sie nimmt sich Zeit für sie, hört zu - ist einfühlsam. Jeder Mensch ist ihr wichtig:  „Auch in dieser letzten Phase des   Lebens darf  keiner seiner  Würde  beraubt werden“.  Achtung vor jedem von ihnen, das ist das, was „Nanos“ Umgang mit den Heimbewohnern kennzeichnet. Das ist das Motto  ihrer Arbeit.

Vielleicht ist es auch das, was  die Atmosphäre des Hauses kennzeichnet. Das Haus hat Leben.  Das Pflegepersonal geht einfühlsam mit den Heimbewohnern um. Da sind aufmerksame Blickkontakte, hier fällt ein kurzes, aufmunterndes Wort, dort fragt man, wie es denn heute so ist. Man erkennt Befindlichkeiten, geht nach Möglichkeit darauf ein. Man ist einfach aufmerksam, hilft, wenn nötig, wenn möglich. Ohne diese Zusammenarbeit  ginge vieles im Haus nicht. Das allein kann keine Leitung, das allein kann keine Pflegerin.  Einer muss den anderen mitnehmen.

Und das kann „Nano“. Mitarbeiter motivieren, ein anerkennendes Wort  aussprechen, Initiativen fördern, Initiativen aufgreifen, offen sein . Viele Türen  im Haus sind offen.  Auch „Nanos“ .  Sie hat keine offiziellen Sprechstunden. „Wir können immer zu ihr kommen“, so eine Heimbewohnerin. Kann man es besser sagen ?

Beschwerden und Behinderungen, die das Alter mit sich bringt, sind überall zu greifen. Mit ihnen müssen alle leben. Die, die ganz im Haus leben, und die, die für Stunden kommen;  die,die nach Hilfe rufen, und die , die ein wenig helfen können, mit Medikamenten, mit einem Wort , mit einer kurzen Berührung, manchmal nur dadurch, dass man eine Weile neben dem anderen sitzt, seine Hand hält, mit ihm schweigt.

Nano“ geht jetzt, geht in den Ruhestand. Sie wird ihn zu füllen wissen. Gute Wünsche , laut oder stumm ausgesprochen , werden sie begleiten.  Und Dank - Dank für die 16 Jahre tagtäglich geleistete , von  Verstand und Herz  bestimmte,  Arbeit an den  Menschen.

Maria Beier

Fotos von Caritasverband Tecklenburger Land e.V.s. Beitrag in Chronik-Fotos
 

 

 

Ambulanter Hospizverein Ibbenbüren

 

Alles hat seine Zeit:

Eine Zeit geboren zu werden, eine Zeit zu sterben.
Eine Zeit beisammen zu sein, eine Zeit sich zu trennen.
Eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

 

"Hospiz" bedeutet eigentlich nichts anderes als Herberge. Im Mittelalter (zur Zeit der Kreuzzüge) waren Hospize Orte, an denen Pilger Rast machen konnten und Unterkunft bekamen, in denen Kranke, alte Menschen und Sterbende gepflegt und versorgt wurden. In diesen Häusern gab es Gastfreundschaft, Erholung und Mitmenschlichkeit.

Auch die heutigen Hospize wollen Herbergen auf einer Reise sein, und zwar der letzten Reise, die ein Mensch antritt. Für viele Menschen ist es ein großer Wunsch, zu Hause zu sterben. Jedoch sieht die Wirklichkeit oft anders aus. Aufgrund veränderter gesellschaftlicher Umstände versterben immer noch viele Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Hospiz steht für die Idee, mitzuhelfen, dass viele Menschen bis zuletzt in vertrauter Umgebung leben und dort auch begleitet sterben können.

Der Hospizverein Ibbenbüren wurde 1996 gegründet. „Wir sind Menschen aus verschiedenen Berufen und Konfessionen. Wir möchten Kranke und Sterbende in ihrer letzten Lebensphase begleiten. Unsere Tätigkeit ist ehrenamtlich, und wir unterliegen der Schweigepflicht“ , so Christine Hartwig-Ullrich,   Vorstandsmitglied und Sterbebegleiterin im Hospizverein Ibbenbüren. 

Wer sind die "Ehrenamtlichen Begleiter"? Menschen, die bereit sind, sich für andere Menschen zu engagieren und ihr Wissen, ihre Zeit und ihre menschliche Kompetenz einzubringen. Menschen, die bereit sind, sich von ihrem Einfühlungsvermögen in die Person und die Situation der Sterbenden leiten zu lassen und sich nach deren Bedürfnissen zu richten.

Die Begleiter möchten mit dem Sterbenden ein Stück des Weges gehen, eine Hand anbieten und gleichzeitig den Menschen so sein lassen, wie er ist. Er muss sehr feinfühlig, achtsam und vertrauenswürdig für den Sterbenden und die Angehörigen sein. Die Zeit des Sterbens ist eine Zeit der Unsicherheit, der Ängste und der Trauer und wird häufig von Hilflosigkeit geprägt.

„Um die trauernden Angehörigen auch weiterhin auf ihrem Weg durch die Trauer zu unterstützen, geben wir ihnen die Möglichkeit“, ergänzt Hartwig-Ullrich, „ sich in einer Trauergruppe unter fachkundiger Begleitung mit Gleichgesinnten auszutauschen, die einen ähnlichen Verlust erlitten haben“. Der Gesprächskreis für Trauernde bietet Raum, in dem jeder so sein darf, wie er sich gerade fühlt. „Wir können ihnen zwar nicht den Schmerz abnehmen, aber ....... wir wollen sie mit ihrem Schmerz nicht allein lassen“.

Ein weiteres Angebot des Hospizvereins ist das "Hospizcafe für Trauernde". Es richtet sich an alle von Verlust betroffenen Personen und findet  an jedem zweiten Sonntag im Monat in der Familienbildungsstätte in der Klosterstraße in Ibbenbüren statt.

Christine Hartwig-Ullrich: „Der Weg durch die Trauer ist harte Arbeit und bedarf vieler Kraft und vielen Mutes. Obwohl die Trauer sehr schmerzt, muss sie dennoch durchschritten werden. Wir müssen die Trauer zulassen. Verhinderte Trauer behindert Leben! Denn wer sich dem Abschiedsschmerz stellt und ihn durchlebt gewinnt die Freiheit, wieder nach vorn zu schauen“.

Trauer kann man nicht überwinden wie einen Feind, Trauer kann man nur verwandeln: den Schmerz in Hoffnung, die Hoffnung in tiefes Leben.

Christine Hartwig- Ullrich

„Schulanfang“ im Caritas-Wohnheim

Mit Hilfe  einiger aus dem Schulmuseum Mettingen entliehener Utensilien erinnerte man sich an den Schulranzen und an die Dinge, die dahinein gehörten: Schiefertafel mit Läppchen und Schwämmchen, Griffelkasten mit Griffeln, Fibel, Rechenbuch , Bibel, nicht zu vergessen die Dose für das Butterbrot.

Der Schulranzen war aus braunem Leder, stabil war er, musste ja auch  für die ganze Schulzeit halten. Es gab zwei Formen, eine für Mädchen, eine für Jungen. Der Ranzen für Mädchen hatte einen kleineren Überschlag zum Verschließen, der Überschlag beim Tornister für Jungen ging bis ganz nach unten.

 

Und als dann jeder von den Heimbewohnern eine Schiefertafel und einen Griffel zum Probieren bekam, sah man nur „fleißige Schüler und Schülerinnen“. Keiner musste motiviert werden, keiner ermahnt; alle probierten eifrig, ob sie es noch konnten, genau in die vorgegebenen Zeilen zu schreiben. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen, man hätte Fleißkärtchen verteilen müssen.Aber die hatten die „Lehrer“ leider nicht dabei. Ein Bonbon aus der großen Schultüte war Ersatz. Natürlich  erinnerte man sich an Ereignisse aus der frühen Schulzeit. Z.B. an den ersten Buchstaben, den man schreiben lernte, das „i“ :  Auf ,ab, auf, Pünktchen drauf. Schlimm, wenn man vergessen hatte, das Schwämmchen nass zu machen, da musste schon mal einfach Spucke helfen.

Die Mädchen trugen alle eine Schürze, die Schulschürze. Zu Hause wurde sie sofort ausgezogen, für den Nachmittag hatte man eine andere nicht so schöne.

Es gab auch ein paar Wandbilder zu betrachten.

Beim Märchenbild musste man genau hinschauen und kombinieren: „Der Kleine da, ist das Däumling?“   Nein, es war Rumpelstilzchen. Und sofort kam  allen der altbekannte Reim über die Lippen: Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind. Oh, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.

Singen und Kinderlieder durften  nicht fehlen. Diesmal brauchte es keine Gitarrenbegleitung für „Hänschen klein“  und „Ein Männlein steht im Walde“. Alle sangen mit. Die Zeit verging wie im Flug, die vorgesehene Stunde  war schnell  vorbei.Zum Schluss klatschten viele ,ein Zeichen, dass es ihnen Spaß gemacht hatte.

 

 Maria Beier