Das Redaktionsteam von G-BUNT verabschiedet sich von Jutta Lorenz ....

Rückblick in memoriam

Jutta Lorenz wurde am 24.5.1939 in Danzig als Tochter eines Konditors geboren. Mit etwa fünf  Jahren erlebte sie die Flucht, geriet durch die Wirren des Krieges nach Dänemark in ein Flüchtlingslager. Dort verbrachte sie etwa ein Jahr, bevor sie nach Langenfeld mit ihrer Familie gelangen konnte.

1960 heiratete sie Götz Tiede, zog mit ihm nach Solingen. Ihre Tochter wurde geboren. Nach zwei Jahren trennte sich das Paar und für Jutta Lorenz stand ein Umzug nach Bielefeld an. Dort arbeitete  sie in einer Bekleidungsfirma. Ebenfalls in Bielefeld lernte sie ihren zweiten Ehemann Wolfgang Lorenz kennen. 1970 heirateten die beiden und zu der kleinen dreiköpfigen Familie kam noch ein weiteres Kind, ein Sohn, hinzu.

1998 verstarb Wolfgang Lorenz und bereits 2001 siedelte Jutta nach Ibbenbüren Schierloh zu ihrer Tochter um. 2013 bezog sie in der Innenstadt von Ibbenbüren eine hübsche Altbauwohnung.

All die Jahrzehnte hindurch hatte das Schreiben und Theaterspielen bereits eine große Rolle für sie gespielt und so war es nicht weiter verwunderlich, dass sie auch in  der neuen Wahlheimat ihre Kreativität auslebte.

Da waren ihre Mitarbeit beim Theater „Nirosta“, im  Mehrgenerationentheater der VHS, ihr  Schreiben von Kindergeschichten oder ganzen Theaterstücken sowie ihr Einsatz in verschiedenen Theaterprojekten in Schulen. Ebenfalls nicht zu vergessen, ihre Vorleseaktivitäten im Caritas Altenwohnheim.

Egal ob sie Kostüme nähen, Dekorationen herstellen oder Bühnenbilder entwerfen musste - ihr Einsatz und  Ideenreichtum kannten keine Grenzen.

Ihre „Marie-Geschichten“ oder die „Drei von der Bachstrasse“, die zunächst auf den  Seniorenseiten der hiesigen  Presse, „50 PLUS“ und zum Schluss im Online-Magazin G-BUNT erschienen - sie waren authentisch,  regten zum Nachdenken oder Schmunzeln an. Über vierzehn  Jahre gestaltete sie die Seiten und Themen für die Menschen über 50 Jahre in Ibbenbüren mit.

Es war immer eine Bereicherung mit ihr zusammenzuarbeiten, gemeinsam über das Leben zu philosophieren, interessante Themen zu diskutieren,  in der Redaktion G-BUNT gemeinsam Spaß zu haben.

Wir werden ihre Geschichten  vermissen, ihre positive Art das Leben zu betrachten, ihre Anregungen, ihr niemals aufgeben  wollen    ——— ihr Lachen.

Im Juli 2015 verstarb Jutta Lorenz   —  plötzlich, ohne Vorwarnung. Sie ging ganz still, ganz leise …….

Sabine und Werner

 

Jutta Lorenz ist tot. Der Tod kam plötzlich, aber für sie vielleicht nicht überraschend. In letzter Zeit hatte sie sich viele Gedanken gemacht, wie das Alter würde. Und sie hat oft zurückgeblickt.

Wer war sie? Wie war sie?

Sie hatte sich ein Hausnummernschild anfertigen lassen, wie man es früher hatte: weißgrundig, schmaler, blauer Rand. Darauf stand: 25, Danziger Straße. Es hing an der hinteren Hauswand bei der Terrasse. Ein Stück Erinnerung, Erinnerung an die Kindheit in Danzig. Genau wie das alte Foto von der Bäckerei ihres Vaters: Danzig, Danziger Straße 25. „Davor habe ich viel gespielt“, sagte sie. Es war eine glückliche, behütete Zeit. Kriegsende in Dänemark, Neuanfang im Rheinland, das war anders, war hart.

Wohl deshalb hat sie die menschliche Nähe so gesucht und geschätzt, in der Familie, im Kreis von Freunden und Bekannten. Aber auch bei ihrer Arbeit in der Schreibgruppe („G-BUNT“), in den Theatergruppen (Volkshochschule, Schulen) und bei den Senioren im Caritas- Wohnhaus.

Menschen im Alltag, im Miteinander, in  manchmal schwierigen Auseinandersetzungen, auf der Suche nach Lösungen, auf der Suche nach Glück, das waren in der Schreibgruppe „G-BUNT „Themen ihrer „Mariegeschichten“, waren Gesprächsanlässe für die „Drei von der Bachstraße“, waren Mittelpunkt ihrer selbstverfassten Theaterstücke. Humor und eine Prise Skurrilität einzubauen, gelang ihr augenzwinkernd.

Diese Geschichten waren aber auch Teil von ihr, Teil eines Lebens mit „blauem Himmel“ und „dunklen Wolken.“

Sie arbeitete gern mit anderen zusammen, hatte immer und sofort eine Fülle von Ideen, war aber auch offen für Anregungen und ein „Ja,..aber“.

Und sie feierte gern: im kleinen Kreis, im Rahmen eies Geburtstages, beim spontan arrangierten Kaffeeklatsch oder einfach bei einem Eis. Blumen liebte sie, vor allem Rosen, Wohnung und Balkon waren jahreszeitlich immer gut bestückt. Sie freute sich einfach an ihnen.  

Jutta wird uns fehlen, mit ihrer wohltuenden Offenheit, mit ihrer ansteckenden Begeisterungsfähigkeit.

Wir werden sie nicht mehr sagen hören: „Ach was, klar, das schaffen wir doch!“

Maria

 

Ich habe Jutta nur kurz gekannt. Zwei Jahre haben wir zusammen gearbeitet. Ich habe immer ihren Witz und ihre Schlagfertigkeit bewundert. Sie hatte ein gutes Auge und Ohr für die kleinen Dinge des Alltags, die sie in ihren kurzen, prägnanten Glossen anprangerte.

Ob „Marie“ oder „Die Drei von der Bachstraße“ zeugen von ihrem Humor und ihrer Fähigkeit, sich in Menschen oder Typen hineinversetzen zu können.

Alles, was sie in den Redaktionssitzungen erzählte, zeigte ihr Engagement in allen Bereichen, in denen sie sich engagierte.

Eine Frau mitten im Leben.

 

 

 

Hans Jürgen

 

Wir sind tief betroffen und traurig über den plötzlichen Tod von Jutta. Sie war eine Bereicherung in unserer Schreibgruppe „GENERATION BUNT“. Ihre immer wieder lesenswerten „Marie-Geschichten“ und „Die Drei von der Bachstraße“ werden uns fehlen.

Wir haben sie als liebenswerten Menschen kennen- und schätzen gelernt und so wird sie uns immer in guter Erinnerung bleiben.

Wir werden sie vermissen.

Gaby

 

Telgte im Frühjahr 2015,
Ausstellung „Alltagsmenschen“.
 
Sie gefielen Jutta, die „Alltagsmenschen“.
Sie ging auf sie zu,
wie sie überhaupt auf Menschen zuging,
offen, im positiven Sinne neugierig,
bereit, sie kennenzulernen,
mit ihnen Kontakt aufzunehmen.
 
Und da stand die Nonne,
bodenständig, in sich ruhend.
Ein Alltagsmensch mit einem Alltagsgesicht.
Aber es ging etwas von ihr aus.
Wohin führte ihr leicht nach oben gerichteter Blick?
Was sah sie? Was empfand sie?
 
Jutta stellte sich neben die Nonne,
legte ihren Arm um sie,
nahm ihre Haltung an,
stand ganz ruhig da,
schaute in die Weite.
Wie die Nonne.
 
Und wenn man jetzt ihren Gesichtsausdruck auf dem Foto betrachtet, meint man, etwas von dem zu sehen,was Menschen sich wünschen: Frieden, Ruhe, Geborgenheit, Angekommensein.

Was Jutta möglicherweise damals für einen Augenblick empfunden hat, hat sie jetzt in Fülle: Angekommensein.

Es sei ihr von Herzen gegönnt.

Maria

 

Zum Abschied
Eine von Juttas Mariegeschichten

 

Lebendige Rose?

Es war während der Mittagszeit, als Marie in ihrem kleinen Rosengarten die verwelkten Blüten der Rosenstöcke abschnitt und in einen Eimer legte. Sie kam zum letzen Rosenbusch und hielt inne, denn die Rose, die abzuschneiden sie im Begriff war, schien sie anzusehen. Ja, tatsächlich, die Rose schaute Marie an und sagte:

„Warum tust du das? Weißt du nicht, dass auch Blumen das Recht haben zu welken?“

Marie ließ erstaunt die Hand mit der Schere sinken.

„Aber du bist bereits verwelkt“, sagte sie, „willst du am Rosenstock bleiben, bis der Wind deine Blütenblätter fortweht?“

 

„Ja, das will ich“, entgegnete die Rose, „ihr Menschen werdet doch auch nicht getötet, wenn ihr anfangt zu welken.“

Marie war ganz verwundert: „Ja, das stimmt, jedenfalls bis jetzt nicht. Aber weiß du, manchmal denke ich, ein Mensch in der heutigen Gesellschaft kann fast alles machen, er sollte nur nicht alt werden. Sie legte die Rosenschere beiseite und setzte sich auf die Gartenbank, über deren Lehne die Rose prangte, und schaute sie genauer an. Eigentlich war sie wirklich noch nicht verwelkt, sie hatte nur ein paar zerknitterte Blätter.

„Na schön“, sagte sie, „ich werde dich heute noch nicht abschneiden, aber in wenigen Tagen ist dein Leben sowieso zu Ende.“

„Fein“, freute sich die Rose, „aber glaube mir, das was du wenige Tage nennst, bedeutet für mich eine Ewigkeit. Eine Ewigkeit, in der ich die Wärme der Sonne spüre, mich im Wind wiege, vom Morgentau geküsst werde und nicht zuletzt den Bienen und anderen Insekten Nahrung spende.“

Nachdenklich schaute Marie sie an.

„Du meinst wirklich, ein paar Tage können eine Ewigkeit sein? Merkwürdig, mir kommt es immer so vor, als ob ein Tag wie im Flug vergeht.“

„Ja, ihr Menschen seid schon seltsam“, nickte die Rose, „immer habt ihr es eilig, alles geht bei euch hoppla hopp, und dann wundert ihr euch, dass euch die Zeit davon läuft. Denk doch einmal daran, was ein einziger Tag für eine Eintagsfliege bedeutet.“

„Ein ganzes Leben“, ergänzte Marie, „sie kommt am Morgen zur Welt und stirbt am Abend. So gesehen hast du Recht, und ich bin froh, dass ich dich nicht abgeschnitten habe. Tja, wer hätte gedacht, dass ich von einer Rose noch etwas lernen kann.“

Als sie zum Haus ging, wippte die Rose an ihrem Strauch und es sah aus, als ob sie Marie zulächelte.

Jutta Lorenz

 

„Kirche wegen Überfüllung geschlossen“

Dr. Eckart v. Hirschhausen
Ort:   Stadtkirche  Westerkappeln
Zeit:  Sonntag, 1. März 2015

Gegen 10.15 Uhr, eine Viertelstunde vor Beginn des Gottesdienstes , musste die Stadtkirche in Westerkappeln wegen Überfüllung geschlossen werden. Sitzplätze gab es schon um 10.oo Uhr nicht mehr. Dr. Eckart v. Hirschhausen, der angekündigte Gastprediger, wurde als einer der letzten eingelassen, einen Sitzplatz bekam er nicht , was er lächelnd zur Kenntnis nahm.

„Wegen Überfüllung geschlossen!“ Davon können Kirchen heute nur träumen. Die Realität sind leerer und leerer werdende Gotteshäuser.Westerkappeln zeigt, es geht auch mal anders! Denn Menschen  haben Erwartungen, haben Fragen über den Tag hinaus, sind ansprechbar, suchen nach Antworten.

Und deshalb kann man der Kirchenleitung nur dankbar sein, dass sie den etwas ungewöhnlichen Weg gegangen ist, im Gottesdienst die wichtige Rolle des Predigers einem Laien, einem Kabarettisten zu geben, Eckart von Hirschhausen.

Für die Fastenzeit hat man in Westerkappeln das Rahmenthema „Bild und Bibel“ gewählt. Die Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer trägt mit der Ausstellung „Menschenbilder und Passion“ zu diesem Thema bei. Dr. Eckart von Hirschhausen konnte als Laienprediger gewonnen werden. Er, Kabarettist - im Augenblick mit der Show „Der Wunderheiler“ auf Tournee - hat einen ganz eigenen Ansatz: den Humor! Für ihn ist Humor ein Heilmittel. Heilmittel für unsere Zeit, für unsere Gesellschaft.

H.h.h.“ Laut gelesen würde es heißen: „Ha,ha,ha.“ Gemeint ist: „Humor hilft heilen.“ So auch der Name der von ihm eingerichteten Stiftung. Die Palette an  Aufgaben reicht von der Weiterbildung von Pflegekräften – sie sind für v. Hirschhausen die „Helden des Alltags“, für die man auf die Straße gehen sollte – bis zur Aktion „Clowns in Krankenhäusern“.

Bei dieser  Aktion hatte v. Hirschhausen ein besonders nachhaltiges Erlebnis. Ein Junge, traumatisiert, wurde aufgrund der spannenden Aktionen zum Mittun gebracht, „vergaß“ seine Behinderung, sein Leid, brachte sich wieder in die Gemeinschaft ein. Dieser Stiftung kommen auch die Spenden aus Westerkappeln zugute, und zwar für  hiesige Einrchtungen. 

Humor und Theologie, geht das zusammen? Für Eckart v. Hirschhausen ja, und das führt er in der Predigt immer wieder aus. Humor schafft Gemeinschaft, bedingt Miteinander, fordert und fördert Emphati füreinander, für den anderen und für sich. Wie Marie, die Fünfjährige, seine  Patentochter. Er hat ihr für den bevorstehenden Geburtstag der Mutter das Lied „Viel Glück und viel Segen“ beigebracht. Es gefällt ihr, und sie singt es immer wieder. Allerdings mit einer  Abweichung: „...auf all meinen Wegen.“ Hirschhausen glaubt an ein Mißverständnis, erklärt und bekommt die Antwort:„ Weiß ich doch. Aber Mama hat erst nächste Woche Geburtstag, bis dahin kann ich singen: auf all  meinen Wegen.“ Was fällt einem da nicht alles ein! NeuesTestament : „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder.“ Und im Alten Testament sagt der Prediger:„Alles hat seine Zeit!“ Nur schmunzelt man da nicht unbedingt, bei Marie aber nickt man lächelnd Zustimmung.

Zwei Lieder hatte sich v. Hirschhausen für den Gottesdienst gewünscht:„Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind.. „ und „Kleines Senfkorn Hoffnung.“ Lieder, die froh machen, Hoffnung geben, befreien, Gemeinschft schaffen. Das ist für den Prediger v. Hirschhausen Frohe Botschaft , Botschaft Christi, der seiner Meinung nach nicht eine Religion stiften wollte, sondern Beziehungen. Und da setzt er immer wieder an. Das Miteinander ist der zentrale Punkt für ihn.

Mitmachen, das will Gott von uns. Der Theologe sagt, der Mensch müsse mit der Gnade mitwirken. Hirschhausen, gekonnt jüdische Witze einbeziehend, bringt das Beispiel von Moshe. Moshe, ein Hiob unserer Zeit, Besitz und Familie verloren, krank, ausgestossen aus der Gesellschaft, betet, klagt Gott an, fragt, beschwert sich ein ganzes Jahr. Klage und Anklage gipfeln in dem Schrei: „Kannst du mich nicht wenigstens einmal im Lotto gewinnen lassen?“ Nach einem Jahr des Schweigens antwortet Gott: „Moshe, jetzt hör mir einmal zu. Kannst du mir nicht endlich helfen und einmal Lotto spielen?“

Zum Schluss bittet von Hirschhausen um eine kurze Besinnung und um Zurufe, was man so behalten habe. Es kommen erstaunlich viele Beiträge, nicht nur von jungen Menschen, und sie zeigen, dass die Hörer eine Menge mitgenommen haben.

Ein gekonntes Feed-back. Der Einsatz hat sich gelohnt hat, der Einsatz der Veranstalter, der Besucher und nicht zuletzt der  des Kabarettisten v. Hirschhausen, der als kleiner Junge Pfarrer oder Feuerwehrmann werden wollte, dann über den Beruf des Arztes zum Kabarett kam.

Am 1. März 2015 stand er auf einer Kanzel! Zum erstenmal und ein wenig aufgeregt, wie er zugab. Zurückgekehrt zu den Anfängen? Oder nie weggegangen von „dem“  Menschen?

Zwischendurch bittet v. Hirschhausen bei der fast einstündigen Predigt um ein Glas Wasser, es könne auch Wein sein. Als die Erfrischung auf sich warten läßt , sagt er: „Kommen Sie ruhig herauf. Mich haben sie auch raufgelassen!“  

Gott sei Dank! Sonst hätten die Zuhörer auf viele heiter/besinnliche Gedankenanstöße verzichten müssen.

Bildquelle: data-subline, data copy=@Frank Eidel

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Dr. Eckart v. Hirschhausen
Geboren: 25. 8. 1967 in Frankfurt a. Main
Studium der Medizin in Berlin, Heidelberg, London
Arzt  i. Praktikum : Kinderneurologie in Berlin; 
Aufbaustudium:  Wirtschaftsjournalismus
Heute: Radio- und Fernsehmoderator, Kabarettist, Comedian, Zauberkünstler, Schriftsteller
Tournee 2015: „Wunderheiler“ Lebt in Berlin

Maria Beier

 

 

 

Verabschiedung von Marie-Luise Hohenhaus

16 Jahre Leiterin im Caritas-Altenwohnhaus

„Nano“, so wird sie  von der Familie, von ihren Freunden und vielen Mitarbeitern genannt.  „Nano“, der Name  geht zurück auf ihren kleinen Bruder, dem wahrscheinlich „Marie-Luise“  zu schwierig oder einfach zu lang war.

Fünf Silben: „Ma-rie-Lu-i-se“.

„Nano“ dagegen ist  kurz, klingt vertraut, man ist schnell  bei ihr. „Nano“ liebt den direkten Weg,  zu ihren Mitarbeitern,  zu den ehrenamtlichen  Helfern, vor allem  zu den Heimbewohnern. Die Bewohner des Caritas-Altenwohnhauses, sie sind es, die Marie-Luise Hohenhaus am Herzen liegen. Sie weiß um jeden, sie weiß um das  Umfeld des Einzelnen, sie weiß um Belastungen, um Nöte, um  Ängste .  Die kann sie  ihnen nicht ganz nehmen, aber sie  versucht zu helfen.  Sie nimmt sich Zeit für sie, hört zu - ist einfühlsam. Jeder Mensch ist ihr wichtig:  „Auch in dieser letzten Phase des   Lebens darf  keiner seiner  Würde  beraubt werden“.  Achtung vor jedem von ihnen, das ist das, was „Nanos“ Umgang mit den Heimbewohnern kennzeichnet. Das ist das Motto  ihrer Arbeit.

Vielleicht ist es auch das, was  die Atmosphäre des Hauses kennzeichnet. Das Haus hat Leben.  Das Pflegepersonal geht einfühlsam mit den Heimbewohnern um. Da sind aufmerksame Blickkontakte, hier fällt ein kurzes, aufmunterndes Wort, dort fragt man, wie es denn heute so ist. Man erkennt Befindlichkeiten, geht nach Möglichkeit darauf ein. Man ist einfach aufmerksam, hilft, wenn nötig, wenn möglich. Ohne diese Zusammenarbeit  ginge vieles im Haus nicht. Das allein kann keine Leitung, das allein kann keine Pflegerin.  Einer muss den anderen mitnehmen.

Und das kann „Nano“. Mitarbeiter motivieren, ein anerkennendes Wort  aussprechen, Initiativen fördern, Initiativen aufgreifen, offen sein . Viele Türen  im Haus sind offen.  Auch „Nanos“ .  Sie hat keine offiziellen Sprechstunden. „Wir können immer zu ihr kommen“, so eine Heimbewohnerin. Kann man es besser sagen ?

Beschwerden und Behinderungen, die das Alter mit sich bringt, sind überall zu greifen. Mit ihnen müssen alle leben. Die, die ganz im Haus leben, und die, die für Stunden kommen;  die,die nach Hilfe rufen, und die , die ein wenig helfen können, mit Medikamenten, mit einem Wort , mit einer kurzen Berührung, manchmal nur dadurch, dass man eine Weile neben dem anderen sitzt, seine Hand hält, mit ihm schweigt.

Nano“ geht jetzt, geht in den Ruhestand. Sie wird ihn zu füllen wissen. Gute Wünsche , laut oder stumm ausgesprochen , werden sie begleiten.  Und Dank - Dank für die 16 Jahre tagtäglich geleistete , von  Verstand und Herz  bestimmte,  Arbeit an den  Menschen.

Maria Beier

Fotos von Caritasverband Tecklenburger Land e.V.s. Beitrag in Chronik-Fotos