Weihnachtsgrüße

Das gesamte g-bunt-Team wünscht allen seinen Lesern/innen ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes 2018. Wir hoffen, ihnen haben  unsere Seite sowie unsere Beiträge gefallen ----- 2018 machen wir  weiter.........

 

 

 

 

Weihnachtsbäckerei

Und wie das duftet - nach Zimt, Butter, Nüssen, Schokolade  und ......... nach Weihnachten. Eben so, wie in einer richtigen Weihnachtsbäckerei. Wenn Anne Hartung vor der Adventszeit in ihrer Küche steht,  läuft  der Ofen heiß. Schließlich wird nicht nur ein Blech Plätzchen gebacken. Durch ihre Hand und  über die glühenden Bleche gehen 60 Pfund gute Butter – was anderes kommt gar nicht in Frage - und insgesamt 27 verschiedene Sorten Plätzchen. Das heißt, etwa 100 Bleche mit den süßen Schmankerln werden hergestellt.

„Ich glaube, dass mache ich jetzt seit etwa 20 Jahren für meine Tochter“, erinnert sich die 75jährige. Jedes Jahr zur Adventausstellung der Gärtnerei Bussmann herrscht nicht nur dort Hochbetrieb, sondern auch im Hause Hartung. Etwa ab dem 20. Oktober, ist die Mutter der Floristin Beate Dittrich damit beschäftigt, die „heiße“ Ware herzustellen.  „Zehn Tage, manchmal auch ein paar Tage mehr, gebrauche ich, um die verschiedenen Sorten Plätzchen herzustellen“, so die Bäckermeisterin.  Dabei hat sie eigentlich vorher nie sonderlich viel mit dem Backen zu tun gehabt. „Gut, ich hab schon ganz gern Kuchen  gebacken“, erinnert sich die Frau, die in Bochum lebt und ansonsten früher Bürokauffrau war.

Sind die Plätzchen fertig, werden sie in riesige Dosen sortiert und von  Heinz Hartung  gen Ibbenbüren gebracht. „Meistens sind es etwa 30 Dosen, die ich unserer Tochter bringe“, weiß der 82jährige Vater der Floristin.

Hübsch dekoriert, warten sie dann dort in der Gärtnerei Bussmann zu deren Adventausstellungen  am Volkstrauertag und am Totensonntag auf ihre Liebhaber. Bei vielen Kunden der Gärtnerei sind die Plätzchen von „Mama“ bereits der absolute Hit. „Die Cappuccino-Plätzchen“, so Beate Dittrich, „die sind für viele unserer Kunden beim Schlendern durch unsere Ausstellung  der Renner“.

Genau eine halbe Dose ist in diesem Jahr übriggeblieben. „Die letzten Plätzchen sind für unsere Mitarbeiter“, so Beate Dittrich. Nach der ganzen Schufterei vor den Ausstellungen eine kleine, süße Entschädigung für Zwischendurch.

Auf jeden Fall bleibt von  zehn Tagen Arbeit von Anne Hartung nicht ein Krümelchen mehr über.

Sabine Windmann

 

In Ibbenbüren gibt es nur noch einen Eiskeller

Das Haus mit dem Flachdach in der Bildmitte ist der aufgestockte alte Eiskeller, dahinter sieht man das Josefstift

Wilhelm Meyer transportierte früher die Eisblöcke mit dem Pferdewagen

Im Jahre 1831 hieß die heutige Kanalstraße „Auf dem Kützelbach", auf plattdeutsch „Kürdelbiäke" genannt, weil dort das häus­liche Abwasser in einer offe­nen Rinne durch den Weg floss. Im Haus Kanalstraße 4,heute Wesselmann-Apke, be­fand sich um 1925 der Eiskel­ler von Getränke Benning. Dort wurde Natureis einge­lagert, Abnehmer waren die Gastwirtschaften in der Ge­gend. Mit dem Eis wurde in den Kellern das Bier gekühlt.
 
Das Haus war ein massives Bruchsteingebäude mit di­cken Wänden, innen war eine Isolierschicht aus einem Kork-Bitumen-Gemisch an den Wän­den. Erbaut wurde das Haus um 1800 von Friedrich Lin­demann.1832 gehörte es Jacob Isaac, später Glüsenkamp und Meese.Der Schuppen hatte die Ma­ße von etwa neun mal zwölf Metern.

Das aufsteigende Mauerwerk war zirka fünf Me­ter hoch und der Keller reich­te anderthalb Meter in die Tiefe. Auf der linken Seite konnte man mit dem Pferde­wagen durch das Haus bis in den Hof fahren. Die rechte Seite im Gebäude, ein langer Raum, war mit einer flachen Kuppel aus Sandstein über­wölbt. Das Gebäude hatte ein Satteldach, der Einwurf­-Schacht für die Eisschollen befand sich in der Gewölbe­-Mitte.

Das Eis kam aus dem Müh­lenteich und aus den Wiesen hinter der Werthmühle, den Flöthwiesen.  Die Wiesen zwi­schen der Aa und der heutigen Werthmühlenstraße wurden im Winter geflutet, es bildete sich eine Eisdecke. Wenn sie etwa zehn Zentimeter dick war, wurden die Eisschollen in handliche Stücke zersägt.

Gastwirt Wilhelm Meyer brachte die Eisblöcke mit dem Pferdewagen von den Flöthwiesen in die Stadt zu den Eiskellern. Auch Paul Benning holte das Eis gelegentlich mit seinem Pferd, dem grauen Schimmel „Meta", von der Werthmühle. In milden Win­tern musste das Eis aus Nor­wegen oder Schweden gekauft werden.

Nachdem ab etwa 1938 im Schlachthof neben der städti­schen Gasanstalt an der Werthmühle eine Linde-Eis­maschine arbeitete, ging die Zeit der Eiskeller zu Ende. Im Schlachthof wurde nun Stan­geneis produziert und an die Getränkehändler verkauft. Das war bequemer und preis­werter. Nach dem Krieg kaufte der Klempnermeister Hermann Wehmeyer das Gebäude. Er stockte es auf und baute es zu einem Wohn- und Geschäfts­haus mit Klempnerwerkstatt um. 1960 erwarb Klempner­meister Wysada das Haus in der Kanalstraße und richtete dort seinen Betrieb ein.

Wie schon erwähnt, gab es mehrere Eiskeller in Ibbenbüren. Der Bierverleger Paul Wölting an der Münsterstraße 79 hatte im Hof einen Eiskel­ler, ebenso der Rolinck-Bierverleger Sundermann an der Laggenbecker Straße und auch der Getränkehändler Ungruhe (Westfalia-Brauerei) an der Bachstraße. Ein ganz besonderer Eiskel­ler lag neben der Öl- und Kno­chenmühle (heute Garage am Knochenteich) bei Crespel und Deiters.

In der ehe­maligen Ölmühle wurden durch den Böttcher Deitert Fässer für Crespel & Deiters hergestellt. Die Fassdauben wurden im Knochenteich ge­wässert, damit sie biegsam wurden. Die Fässer dienten dem Versand von Weizenstärke. Der benachbarte Eiskeller war etwa sechs mal sechs Me­ter groß und aus Ziegelsteinen errichtet, das schräge Flach­dach war mit Teerpappe be­deckt. Der Boden war mit Torf belegt, damit sich das Eis län­ger hielt.

Dieses Eis erntete man aus dem Knochenteich an der Mühle.

In diesem Eiskeller wurden die Getränke des vornehmen Clubs „Gesellschaft Verein" kühl gelagert und dann in die Stadt zum Clubhaus gebracht. Es lag in der Klosterstraße (um 1950 wurde dort das Wichernhaus erbaut).

In diesem Club waren die namhaftesten Repräsentanten von Ibbenbüren vertreten. Mitglieder waren nur Offizie­re und Akademiker sowie „Kaufleute, die nicht selber im Geschäft bedienen mussten".

Dazu gehörten unter an­derem Glasfabrikant Wolff, Meese, Deiters, Többen und andere. Sie unterhielten ein großes, eigenes Klubhaus mit Fest­saal, erbaut im neo-romani­schen Stil. Der Verwalter des Klubhauses, damals nannte er sich Kastellan, war der Bött­cher Deitert, der den Eiskeller betrieb.

Um 1920 befand sich an der Osnabrücker Straße ein Eis­keller im Besitz der Brauerei Rolinck OHG Burgsteinfurt. Hier wurde für verschiedene Gastwirtschaften das Bier ge­kühlt, unter anderem auch für Carl Meese. Später hieß seine Gastwirtschaft an der Schulstraße „ Zum alten Kumpel“ oder „Meesen Elly". Das Eis für die Gasthöfe kam von den drei Brandteichen im Planetal un­terhalb von Leischulte. Dieser Eiskeller liegt an einer früher beliebten Rodelstrecke für Kinder oberhalb der Osnabrücker Straße 70.

Er ist der einzige Eis­keller, der noch heute in Ib­benbüren besteht, inzwischen ist er verschlossen, bis auf eine kleine Öffnung für Fledermäuse.

Werner Suer