Weihnachten 1945

Ulrich Beck

Am 3. Mai 1945 war für mich nach vier Jahren als Soldat beim Bodenpersonal der Luftwaffe der Krieg endlich zu Ende. Ich hatte überlebt.

Noch zweieinhalb lange Jahre, erst in amerikanischer, später in englischer Kriegsgefangenschaft, sollten mir noch bevorstehen. Ich gehörte zu denen, die einen ehemaligen deutschen Fliegerhorst in der Nähe von Hannover für die Bedürfnisse der englischen Royal-Air-Force ausbauen mussten. Den Sommer und Herbst über schliefen wir auf Stroh in Zelten in einem Gefangenenlager außerhalb des englischen Flugplatzes.

Am 24.12. 1945 durften wir unsere Zelte abbrechen und Baracken innerhalb des Flugplatzgeländes beziehen. Endlich nun ein Dach über dem Kopf und ein Bett, eine Stube mit Ofen:

Das erste Weihnachtsgeschenk.
Es sollte aber noch besser kommen.

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„Friedensreiter“

„Friedensreiter“ in Osnabrück

Zum 64. Male nach dem 2. Weltkrieg fand in Osnabrück das „Friedensreiten“ statt.

Es ist ein Fest der Kinder. Sie sind die Hauptakteure und mit Begeisterung dabei. Kinder der 4.Klassen (Grund- und Förderschulen) ritten am 15. Oktober 2015 (der eigentliche Festtag ist der 25.Oktober, wegen der Herbstferien musste er  in diesem Jahre vorverlegt werden) mit ihren Steckenpferden von der Johanniskirche  durch die Altstadt zum Rathaus.

In den Schulen und unter Mithilfe der Eltern hatten die Kinder  Steckenpferde und  Papierhelme gebastelt. Die Papierhelme waren je nach Schule einheitlich bunt, die Pferde unterschiedlich farbig und  sehr  phantasievoll: es gab große und kleine , Rappen, Schimmel, Braune, Gelbe und Phantasiefarbene. Sie hatten große Augen und wilde Mähnen, die manchmal kunstvoll geflochten waren.

In diesem Jahr waren es 1 400 Mädchen und Jungen, die zum Rathaus strömten und das Friedenslied sangen.

„Wir reiten durch die Stadt
und singen für den Frieden“.
 
 

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"Friedensreiter"

„Friedensreiter“  aus dem Mauritius-Kindergarten bei den Senioren im Caritas-Wohnhaus

Anfang November  hatten die Senioren des Caritas-Wohnhauses Besuch, Besuch von „Friedensreitern“. Neun Kinder aus dem Mauritius-Kindergarten waren mit zwei Erzieherinnen gekommen. Der Zug in den großen Aufenthaltsraum, wo die Hausbewohner schon gespannt warteten, wurde von einem Mädchen mit einem Steckenpferd angeführt. Die anderen folgten mit ihren selbst gebastelten Laternen, „ Friedenslichtern“, Geschenke für die Hausbewohner. Auf jeder Laterne war  der Abdruck einer Kinderhand  zu sehen und ein Wort zu lesen. Die Erzieherinnen hatten  den Vier-  bis Fünfjährigen von den „Friedensreitern“  in Osnabrück erzählt, von dem langen schrecklichen Krieg und wie man dann mühsam und lange über den „Frieden“ verhandelte.

„Frieden“, kein einfaches Thema, und schon gar nicht für Vier– bis Fünfjährige. Aber sie streiten ja auch, und manchmal sehr heftig, und wissen  von da aus  auf ihre Art um „Frieden“ und  „Unfrieden“. Die Kinder  hatten  überlegt, was „Frieden“ für sie bedeuten könne. Dabei hatten  sie  Wörter, Begriffe gefunden, die auf den Laternen festgehalten waren. Die Erzieherinnen lasen die  Begriffe vor :

 

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