Fichtensterben

Dieser Krimi ist anders , anders in mancherlei Hinsicht. Man muss lange warten, sehr lange, bis ein Mordfall offenkundig vorliegt. Dann allerdings überschlagen sich die Ereignisse, dann sind es keine räumlich und zeitlich weit auseinanderliegende Einzelfälle, dann ist es eine Serie, und Mörder und Motiv werden rasch klar.

Bis dahin, das heißt bis zum letzten Drittel, tappt der Leser weitgehend im Dunklen.

Menschen verschwinden, über Jahrzehnte hinweg, an verschiedenen Orten in Süd- oder Norddeutschland , mal auf dem Land, mal in der Stadt. Erst ist es eine Frau, von der man  bei der kurzen vorausgegangenen Charakterisierung denken muss, sie ist halt mit einem Liebhaber davongegangen, wie es auch der Ehemann nüchtern realistisch zu sehen scheint. Einzelpersonen verschwinden, Paare  verschwinden.   

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„Tisa von der Schulenburg: Ich hab's gewagt“

Tisa, Abkürzung von Elisabeth, stammt aus einer mecklenburgischen Adelsfamilie, ist einzige Tochter, vier ältere und ein jüngerer Bruder wachsen mit ihr auf. 1903 geboren, verlebt sie ab 1916 die Kriegsjahre z.T. auf dem elterlichen Gut Tressow, zum Teil im Internat Heiligengrabe, einem Stift für junge, adelige Damen.

In dem biographischen Bändchen „Ich hab's gewagt“ erzählt sie sehr offen und anschaulich von ihrem Leben, auch von der Zeit des Ersten  Weltkrieges. Zu Hause und im Internat ist man preußisch: Pflichterfüllung, Sparsamkeit, evangelisches Christentum, Treue zum Kaiserhaus, damit ist in etwa das umrissen, was Leben und Erziehung hier bestimmen. Zu Hause auf Gut Tressow begleitet Tisa schon als Heranwachsende ihre Mutter, wenn diese zu Kranken und Bedürftigen in der näheren Umgebung geht, um zu helfen; später kommen noch die Besuche bei den Hinterbliebenen der Gefallenen dazu. „Bei Tag oder bei Nacht. Sie ging hin.“

 

Der Krieg, er beginnt so euphorisch. Rückfahrt aus den Ferien an der Ostsee Anfang August 1914. „Fülle, Gelächter, Gedränge. Wir Kinder fanden kaum Platz im Zug. Aus den Abteilfenstern hingen die Männer, winkten, sangen und lachten. Frauen und Mädchen drängten sich mit Blumensträußen herbei. Wir waren wie elektrisiert. Angesteckt vom Taumel der Erwachsenen. Deutschland war wie eine einzige große Kirmes“. Mein Vater dachte anders. Er sagte: Der Krieg ist verloren. England hat uns den Krieg erklärt.“

Bildquelle: tisa-von-der-schulenburg.de/werk.php

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Der Junge im gestreiften Pyjama

Der Titel spricht von einem Jungen, eigentlich sind es aber  zwei. Beide am gleichen Tag, beide im gleichen Jahr geboren, am 15. April 1934, Bruno aus Berlin, Schmuel aus Polen.

Neun Jahre sind sie , als sie sich treffen, unter ungewöhnlichen Umständen.

Bruno, Sohn des Kommandanten von „Aus-Wisch“, streift am Zaun des Konzentrationslagers  entlang, allein. Er vermisst die Freunde aus Berlin, hier hat er keine Freunde gefunden, wie auch?

So spielt er  das Spiel, das die Eltern ihm  verboten haben: Durch die Gegend zu streifen, zu forschen, etwas Neues zu entdecken.

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